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Gräfelfinger Bürger wollen Geothermie nutzen

28. Juli 2017

Eine Marktanalyse unter Hausbesitzern hat ergeben, dass die Mehrheit der Gräfelfinger sich für eine tiefengeothermische Wärmeversorgung aussprechen, wie der Münchner Merkur heute berichtet. Der Rat der Gemeinde im Westen von München votierte für eine Fortsetzung des Projektes.

Umwelt- und Kostengründe, da Preissteigerungen bei den fossilen Energieträgern Öl und Gas erwartet werden, platzsparende und einfache Wärmeübernahme, sowie Vertrauen in die Gemeinde als Energieversorger. Dies sind die Gründe in Gräfelfing für die geothermische Nutzung und Teil der Ergebnisse einer Studie die dem Gräfelfinger Gemeinderat vorgestellt wurde. In der Studie wurden 393 Hausbesitzer in Gräfelfing befragt und deren Wohnobjekte untersucht. Mehr als zwei Drittel der Befragten waren interessiert und ein Fünftel erhielt schon einen Vorvertrag. Bisher wird ein Großteil der Objekte in der Gemeinde mit Gas versorgt es gibt aber auch einige Öl-Heizkessel.

Das Preiskonzept und die Wirtschaftlichkeit hat die Kanzlei Rödl und Partner erarbeitet und vorgestellt. Wie der Merkur berichtet soll der Preis für eine Megawattstunde Wärme 82 Euro (netto) betragen und zum Großteil aus einem fixen Grundpreis von 53 Euro (netto) bestehen. Benjamin Richter von Rödl & Partner erläutert: "Die vergleichsweise geringe Verbrauchskomponente werde für hohe Preisstabilität sorgen. Auf Basis der aktuellen Marktpreise sind bei den meisten Verbrauchern die Vollkosten der Wärme aus Öl sogar 20 Prozent höher und auch Gas ist teurer.

Die Investitionskosten sollen 30 bis 36 Millionen Euro betragen, die sich bei Vollausbau bis 2032 armotisieren. Vollausbau bedeutet, dass die Wärmeversorgung die gesamte zur Verfügung stehende geothermische Wärme nutzt. Laut Bürgermeisterin Uta Wüst sind auch die Nachbargemeinden sehr an der CO2-freien Wärmeversorgung interessiert.

Der Gemeinderat hat das Projekt, bis auf eine Stimme aus der SPD, positiv aufgenommen und sich für eine Fortsetzung ausgesprochen. Nachdem die Gemeinde sich die Aufsuchungserlaubnis schon gesichert hat müssen jetzt die Bürger über die nächsten Projektschritte und die Technologie informiert und die Planung ausgeschrieben werden.

Das Geothermieprojekt in Gräfelfing wird auch auf dem Praxisforum Geothermie Bayern am 12. September 2017 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München vorgestellt. Im Forum II "Wirtschaftlichkeit der geothermischen Wärmenutzung" präsentieren Frau Elisabeth Breiter von der Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH und Anna-Carina Franke von Rödl & Partner die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Rödl & Partner ist wieder Gold-Sponsor des Praxisforum Geothermie.Bayern. (js)

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