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Praxisforum 2017: Großes Interesse bei investitionsfreundlicher Stimmung

18. September 2017

Das Praxisforum Geothermie.Bayern, das am 11. und 12. September zum fünften Mal im Haus der Bayerischen Wirtschaft stattfand diskutierte in diesem Jahr die Herausforderungen der Branche zeigte aber auch die Chancen in der Nutzung der Technologie kurz und prägnant an einem Tag.

Mit einem vergnügten Abend in der Praxisforum Lounge endete am Dienstag das 5. Praxisforum Geothermie.Bayern. Mehr als 200 Teilnehmer hatten sich kompakt an einem Tag am 12. September im Haus der bayerischen Wirtschaft über neue technische und gesetzliche Entwicklungen, laufende Geothermieprojekte und den Stand der Forschung informiert. Schon am 11. September hatten zwei Exkursionen zu Anlagen der Stadtwerke München nach Freiham und Unterschleißheim sowie von der Firma Turboden ausgerichtet nach Traunreut geführt und die Teilnehmer auf den kommenden Tag eingestimmt.

In fünf Keynotes und sechs Fachforen wurde am Kongresstag über Themen wie Scaling, Bohrpfaddesign, Seismizität, Wirtschaftlichkeit und Risikominimierung bei Geothermieprojekten referiert und diskutiert. So stellte beispielsweise Prof. Dr. Herbert Hofstätter vom Lehrstuhl für Petroleum und Geothermal Energy Recovery der Montanuniversität Leoben/Österreich in seinem Vortrag „Der Schlüssel zu erfolgreichen Geothermiebohrungen“ innovative Technologien und neue Forschungsresultate vor. Er hob die Notwendigkeit von qualitativ hochwertiger Ausbildung des Personals, Kommunikation und v. a. frühzeitiger Information aller beteiligten Parteien, Serviceunternehmen und Kommunikatoren hervor. Helmut Mangold von der IEP Pullach verdeutlichte die Bedeutung der geothermischen Wärmegewinnung für die Energiewende und forderte mehr politische Unterstützung. Er stellte das Ungleichgewicht bei der EEG-Förderung von Stromprojekten im Vergleich zu Wärmeprojekten dar und forderte eine engere Vernetzung der Projekte z.B. nach Vorbild des Wärmeverbundes im Ruhrgebiet, der staatlich gefördert wurde. Benjamin Richter von der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner ging auf die Investitionssicherheit im Spannungsfeld von Berg- und Wasserrecht ein. Lessons learned bei der Absicherung von Geothermie-Explorationsrisiken stellte Jörg Uhde der Pfalzwerke Geofuture vor. Lars Mattes von der RAG Energy Drilling brachte die Erfahrung der E & P Industrie aus mehreren Jahrzehnten Reservoirerschließung ein und zeigte u. a., wie sich durch den Einsatz neuer Technologien der Kosteneffizienzfaktor heraufsetzen lässt.

In den einzelnen Fachforen wurden Preismodelle bei der Netzeinspeisung, technische Neuerungen, Entwicklungen und Erfahrungen in der geothermischen Stromerzeugung und Wärmenutzung sowie bohrtechnische Herausforderungen und neue Projekte vorgestellt.

Hochaktuell beschäftigte sich das Wissenschaftsforum der Geothermie-Allianz Bayern unter Leitung von Dr. Katharina Aubele, TU München, mit der Seismizität im Umfeld geothermischer Anlagen.

Hochkarätig und international besetzt war dieses Jahr auch wieder der englischsprachige Round Table „Invest Geothermal“ unter Moderation von Alexander Richter, Präsident der International Geothermal Association (IGA). Peer Weder, AUCTUS Capital Partners AG, Kathrin Schulz von Storengy, Eirikur Bragason von KS Orka Renewables, Achim Fischer-Erdsiek von Nordwest Assekuranzmakler ProRisk und Oliver Friedlaender von RAG Energy Drilling diskutierten über Versicherungsmodelle, Herausforderungen bei laufenden Projekten und Anreize für Investoren. Der Fokus lag dabei auf den Fragen, wie sich Risiken – und damit verbundene Kosten – minimieren lassen und Geothermieprojekte profitabler und berechenbarer werden, was aus bestehenden Projekten gelernt wurde und wie sich diese Erkenntnisse für neue Projekte einsetzen lassen. Gefordert wurde, alle erforderlichen Daten für ein Geothermieprojekt frühzeitiger zu kommunizieren und bei der Planung alle Risiken über die gesamte Laufzeit eines Projekts stärker zu berücksichtigen. Dies würde dazu beitragen, Bohrkosten realistischer einschätzen zu können. Eine Fündigkeitsversicherung, die auch Teilbereiche bzw. einzelne Risiken einschließt – wie beispielsweise von NW Assekuranz angeboten, erleichtert vor allem Unternehmen, die neu in die Geothermiebranche investieren, den Einstieg. Betont wurde auch, dass die Portfolioerweiterung durch Geothermieprojekte für Firmen aus der Eröl- und Erdgasbranche sinnvoll und logisch sei, bringen diese Unternehmen doch langjährige Erfahrung im Bohren mit, kennen oft schon viele der beteiligten Serviceunternehmen und haben Daten über die Bodenbeschaffenheit vorliegen. Hervorgehoben wurde auch der Vorteil von Kraft-Wärme gekoppelten Geothermiewerken. Diese sind nicht nur rentabler, weil die Produktion von Wärme als zusätzliche Einkommensquelle dient, sondern können in den Sommermonaten bei geringem Wärmebedarf flexibel eingesetzt werden.

Deutlich wurde das große Interesse am europäischen, aber besonders am bayerischen Geothermiemarkt, der mit den Oberjura-Reserevoiren im Molassebecken hervorragende Bedingungen bietet. Insgesamt herrscht auf dem Geothermiemarkt eine sehr positive Stimmung. Der Wille zur Investition ist da, allein die Projekte müssten noch stärker vorangetrieben werden.

Alle Vorträge der Veranstaltung und das gebundende Abstract Volume, können bei Enerchange unter agentur [at] enerchange [dot] de (subject: Unterlagenbestellung%20Praxisforum%20Geothermie.Bayern%202017) bezogen werden. Im nächsten Jahr lädt das Praxisforum wieder wie gewohnt im Oktober zum Erfahrungsaustausch nach München ein. Anmeldungen sind ab jetzt mit einem 30-prozentigem Early Bird Special Rabatt möglich. (cj)

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