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Unterhaching liefert Redundanz für Grünwald

14. April 2016

Nach einem Pumpenausfall Freitag letzter Woche sind die Befürchtungen des Betreibers der Geothermie-Anlage Erwärme Grünwald nun zur Gewissheit geworden. Die Pumpe ist defekt und muss gewechselt werden.

Die Notwärmeversorgung für die Gemeinde über den werkseigenen Heizöl-Kessel hat sofort gegriffen. Ebenso gut funktionierte die Wärmesicherung über den Verbundpartner Geothermie Unterhaching GmbH & CO KG. Seit 2012 gibt es den Wärmesicherungsvertrag zwischen den beiden Geothermie-Anlagen in Grünwald und Unterhaching, in dem sich beide Partner gegenseitige Wärmelieferung zusichern, im Fall eines Anlagenausfalls (wir berichteten).

Seit letzter Woche wird die Pumpe in der Geothermie-Anlage Grünwald gewechselt. Dies ist nur möglich, weil beide Kraftwerke vorgesorgt haben. Grünwald und Unterhaching verfügen beide über eine Reservepumpe, so dass ein Pumpentausch schnell vorgenommen und die Anlagen ohne großen Zeitverlust wieder zeitnahe, innerhalb weniger Tage, ans Netz gehen können. Die Gründe für den Pumpenausfall in Grünwald können vielfältiger Natur sein und sind bisher noch nicht bekannt. Erst nach Inspizierung des ausgebauten Werkteils wird man mehr erfahren.

Auf der anderen Seite, in der Geothermie-Anlage Unterhaching, hat man seit Jahren zahlreiche Erfahrungen mit dem Thema Pumpenausfall gesammelt. Hier wurde die Pumpe bereits ein Dutzend Mal gewechselt, aus unterschiedlichen Gründen. Unterhaching ist stark von dem Thema Scaling betroffen, Grünwald hingegen kaum. Einen Grund für die starke Varianz zwischen beiden Anlagen auf so kleinem Raum vermutet der technische Leiter der Erdwärme Grünwald, Horst Wagner, in dem 1.000 Meter freiliegenden Open-hole Bereich der Grünwalder Bohrung. In Unterhaching hingegen hat man den untersten Bohrlochabschnitt mit Schlitzlinern verrohrt. Definitiv geklärt werden kann diese Scaling-Problematik in Unterhaching bislang nicht. Eine Arbeitsgruppe Hydrogeologie und Hydrochemie am Institut für Wasserchemie an der Technischen Universität München untersucht derzeit in einem Forschungsprojekt die chemischen und geologischen Hintergründe für diese Besonderheit.

Christoph Wieland, Lehrstuhl für Energiesysteme, und Kai Zosseder, Leiter der Arbeitsgruppe Geothermie, beide an der TU München, sind sich einig, dass der Grund für diese zahlreichen Ausfälle in Unterhaching nicht primär der Kraftwerkstechnik geschuldet ist, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Beide Kraftwerke fahren zwar mit unterschiedlichen Technologien. Das größere Problem liege aber in der Pumpentechnologie, so Wieland und Zosseder.

Bis heute besteht bei den Pumpen für tiefengeothermische Kraftwerke ein großer Forschungsbedarf, der von der Industrie bislang nebensächlich aufgenommen wird. Bis der Markt in diesem Sektor zuverlässige Lösungen für geothermische Niedrigenthalpie-Regionen – wie beispielsweise in der bayerischen Molasse – anbieten kann, wird noch etwas Zeit vergehen. (sv)

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