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200 Teilnehmer bei der 6. Norddeutschen Geothermietagung - Experten sehen Erdwärme als wichtigen Beitrag zur Energiewende

25. Oktober 2013

Gestern ging im Geozentrum Hannover die 6. Norddeutsche Geothermietagung zu Ende. An zwei Tagen mit zahlreichen Fachvorträgen, zwei Exkursionen und einer Podiumsdiskussion mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel diskutierten rund 200 Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen der oberflächennahen und tiefen Geothermie in Norddeutschland.

Dabei stimmten die Experten darin überein, dass die oberflächennahe Geothermie auf bestem Wege ist, sich als fester Bestandteil der Energiewende zu etablieren. Aus Sicht der Fachleute ist es zudem notwendig und lohnenswert, die möglichen Zukunftspotenziale der tiefen Geothermie in Norddeutschland weiter zu erkunden.

Veranstalter der Tagung waren die Agentur Enerchange, die drei Einrichtungen des Geozentrums Hannover (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)) sowie die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft hannoverimpuls.

In seiner Begrüßung wies der Präsident des LBEG, Ralf Pospich, auf die in Niedersachsen weiterhin positive Marktentwicklung bei der Nutzung oberflächennaher Erdwärme hin. Auch für die tiefe Geothermie gebe es in Norddeutschland Chancen. Zurzeit würden mehrere z. T. durch das Land geförderte Machbarkeitsstudien für tiefe Erdwärmeprojekte erstellt. Pospich: „Wir erhoffen von den Studien wichtige Impulse für die weitere Erkundung der tiefengeothermischen Potenziale im norddeutschen Becken.“

Die Fachvorträge des ersten Kongresstages beschäftigten sich mit der oberflächennahen Geothermie. „Die Beiträge zur oberflächennahen Geothermie haben u. a. mit interessanten Projektbeispielen, z. B. bei AIDA Cruises in Rostock oder bei VW in Emden, gezeigt, dass diese Art der Energieversorgung bzw. – gewinnung in Norddeutschland eine bedeutende Rolle spielt“, fasst Dr. Jochen Schneider, Geschäftsführer von Enerchange, zusammen. Selbst in dicht bebauten städtischen Gebieten ist die Nutzung oberflächennaher Erdwärme vielerorts möglich und wirtschaftlich – insbesondere, wenn sie bereits frühzeitig in der Planungsphase in ein Gesamtenergiekonzept eingebettet wird. Im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung diskutierten die Fachleute eingehend über den Bedarf für z. T. neue und einheitliche Prüf- und Genehmigungsrichtlinien.

Auf großes Interesse stieß am ersten Tag auch die Exkursion zum Bohrplatz des Tiefengeothermie-Projekts GeneSys der BGR. Inzwischen konnte die Salzzementation im Bohrloch, die im November 2011 zum vorläufigen Stopp des Demonstrationsprojekts geführt hatte, beseitigt werden. Zurzeit sind weitere wissenschaftliche Tests geplant, um die Ursache für den hohen Salzgehalt des Tiefenwassers zu ermitteln. Danach soll die Bohrung vorerst verschlossen und zu einem späteren Zeitpunkt über eine mögliche weitere Nutzung entschieden werden.

Das GeneSys-Projekt griff Gernot Hagemann von hannoverimpuls bei seiner Begrüßung zur abendlichen Podiumsdiskussion noch einmal auf. Er wies darauf hin, dass GeneSys gezeigt hätte, wie mit Hilfe moderner Technologie die hydraulische Stimulation sogar unter einem dicht besiedelten Stadtteil sicher durchgeführt werden kann. „Wir haben das Interesse, dass die innovative Erschließung von Energiequellen durch hiesige Unternehmen, Technologieanbieter und Kompetenzträger erfolgt. Was wir vor Ort erfolgreich einsetzen, hat auch Chancen, überregional oder international den Weg in den Markt zu finden“, erläuterte Hagemann.

Alle Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Zwischen Fracking-Debatte und Energiewende: Der Hoffnungsträger Geothermie“ waren sich darin einig, dass die Geothermie ein wichtiger Baustein im zukünftigen Mix erneuerbarer Energien sein wird. Die Experten der Gesprächsrunde – neben Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel waren dies der Präsident der BGR, Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, der Vize-Präsident des Umweltbundesamtes, Dr. Thomas Holzmann, Professor Dr. Manfred Joswig von der Universität Stuttgart, Professorin Dr. Inga Moeck von der University of Alberta und Dr. Thomas Kölbel als Vertreter des Unternehmens EnBW Energie Baden-Württemberg – empfahlen eine genauere Betrachtung, inwieweit Bedenken, wie es sie bei der Schiefergasgewinnung mit Blick auf eine umweltverträgliche Umsetzung gibt, bei der hydraulischen Stimulation im Rahmen von Geothermieprojekten ausgeräumt werden können.

Die tiefe Geothermie stand auch im Mittelpunkt des zweiten Kongresstages. Während sich die Diskussion um das Thema Energiewende in der Vergangenheit in erster Linie auf Stromerzeugung und Mobilität fokussierte, wird inzwischen auch seitens der Politik mehr und mehr die Bedeutung der Wärmeversorgung erkannt. Dies bestätigte auch Ullrich Bruchmann vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Genau hier bzw. in der Kombination von Wärmegewinnung und Stromerzeugung lägen die größten Potenziale der tiefen Geothermie.

Der Termin für die 7. Norddeutsche Geothermietagung steht bereits fest: Sie findet am 15. und 16. Oktober 2014 statt. Weitere Informationen zur Tagung unter www.norddeutsche-geothermietagung.de.

Wer nicht teilnehmen konnte, kann die Vorträge/Tagungsunterlagen mit einer E-Mail an agentur [at] enerchange [dot] de bestellen. Der Zugangscode zu den Vorträgen der Tagung kostet 75 Euro zzgl. MwSt., die Tagungsunterlagen (eine CD mit allen Vorträgen sowie die Teilnehmerliste) kostet 85 Euro zzgl. Mwst. (mb)

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