Offiziell begonnen haben die Arbeiten mit dem Ausbringen der Geophone ab dem 10. März. Insgesamt 20.000 Stück werden in dem 136 Quadratkilometer großen Messgebiet ausgebracht. Die Geräte registrieren während der Messkampagne die Schallwellen, die von den Vibrationsfahrzeugen erzeugt und von den Gesteinsschichten im Untergrund reflektiert werden.
Aus den aufgezeichneten Daten wird anschließend ein dreidimensionales Modell des Untergrunds erstellt. Dieses soll Aufschluss darüber geben, ob und wo sich die Wärme aus mehreren tausend Metern Tiefe künftig für die Erfurter Fernwärmeversorgung nutzen lässt.
Insgesamt 17 der am Freitag, 13. März 2026, bei einer Pressekonferenz vorgestellten Spezialfahrzeuge werden von der polnischen Firma Geofizyka Toruń nach Erfurt transportiert. Gemessen wird täglich von 6 bis 22 Uhr. Am Ende liegen rund 50 Terabyte Datenmaterial vor. Dieses geht an eine Spezialfirma, deren Auswertung die Grundlage der angestrebten Tiefbohrungen bildet.
Eine Erkundungsbohrung könnte 2028 erfolgen. Rund 5,8 Millionen Euro kostet allein das Erkundungsprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie laut den Stadtwerken Erfurt mit 2,4 Millionen Euro gefördert wird. Die restliche Summe tragen die Stadtwerke aus Eigenmitteln.
Stand bei dem Tiefengeothermie-Projekt der Stadtwerke Erfurt am Anfang noch die Energiewende hin zu erneuerbaren Wärmequellen im Vordergrund, zeigt die aktuelle Weltlage deutlich, wie wichtig es sei, sich unabhängig von Energielieferungen zu machen, betonte SWE-Energie-Geschäftsführer Jörn Grothe laut Thüringischer Landeszeitung.
Seinen Worten zufolge hätten sich in den ersten drei Tagen des Iran-Krieges die Gaspreise verdoppelt. Schnell genug für die aktuelle Krise geht es aber bei weitem nicht. Das Ziel der Stadtwerke Erfurt ist es, dass im Jahr 2045 über 40 Prozent des Wärmebedarfs aus Tiefengeothermie erzeugt werden.
Thüringische Landeszeitung