AFK Geothermie startet Bohrung für zweite Dublette im November

19.08.2026 | Exploration
Die erste AFK-Bohrung. Auf der Fläche dahinter wird die zweite Bohrung stattfinden. © Bert Brosch

Die AFK Geothermie bereitet in Aschheim den Bohrplatz für ihr zweites Bohrprojekt vor. Ab November soll in bis zu 2.600 Metern Tiefe nach heißem Wasser gebohrt werden. Ab Januar 2028 könnten bis zu 1200 Haushalte in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim an das Wärmenetz angeschlossen werden.

Die AFK Geothermie beginnt heute mit der Herrichtung des Bohrplatzes für die zweite Bohrung in Aschheim. Ab November soll dort bis zu 2600 Meter tief gebohrt werden. Das Ziel ist eine zweite sogenannte Dublette, mit der zusätzlich rund 70 bis 80 Grad warmes Wasser für das Fernwärmenetz gewonnen werden kann. Nach Angaben der AFK sollen die ersten neuen Haushalte ab Januar 2028 mit Geothermie versorgt werden. Insgesamt sind bis zu 1.200 Anschlüsse in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim vorgesehen. Die Verträge sollen ab Frühjahr 2027 abgeschlossen werden.

Zwei Bohrungen: eine Dublette

Eine Dublette besteht aus zwei Bohrungen. Über die erste wird das heiße Wasser aus den Tiefen an die Oberfläche gefördert. Auf dem Gelände der AFK wird dem Wasser anschließend über einen Wärmetauscher die Wärme entzogen. Das abgekühlte Wasser wird danach durch die zweite Bohrung wieder in die wasserführende Schicht zurückgepumpt. Bei der neuen Dublette soll die Entnahmestelle rund 2,5 Kilometer westlich des AFK-Standorts bei Aschheim liegen. Die Rückführung des Wassers erfolgt direkt neben dem Wärmetauscher auf dem AFK-Gelände.

Erste Bohrung aus dem Jahr 2008

Die erste AFK-Bohrung wurde bereits 2008 realisiert. Die zweite Dublette war nach Angaben von Geschäftsführerin Martina Serdjuk ursprünglich ab 2018 geplant. Die Umsetzung habe sich jedoch um acht Jahre verzögert, weil technische und finanzielle Fragen geklärt werden mussten. Die bestehende Bohrung führt von der AFK-Zentrale aus einige hundert Meter nach Osten. Das heiße Wasser wird dort aus einer Tiefe von 2.107 Metern gefördert. Die neue Bohrung soll eine deutlich größere Entfernung zwischen Entnahme- und Rückführungsbereich ermöglichen.

Projektkosten

Die zweite Dublette soll rund 65 Millionen Euro kosten. Davon erhält die AFK nach Angaben Serdjuks 25 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Europäischer Union. Weitere acht Millionen Euro steuert das Unternehmen als Eigenkapital bei. Aschheim und Feldkirchen beteiligen sich zusammen mit gut fünf Millionen Euro. Der verbleibende Betrag soll über Darlehen finanziert werden, die über einen Zeitraum von 30 Jahren zurückgezahlt werden. Auf die Preise für Hausanschlüsse und die monatliche Wärmeversorgung hätten die Bohrkosten laut Serdjuk keinen direkten Einfluss. Kirchheim kann sich wegen einer Haushaltssperre derzeit nicht finanziell an den Bohrkosten beteiligen. Welche Folgen dies für die weitere Zusammenarbeit haben könnte, sei noch nicht geklärt.

 
 


 

Quelle:

Merkur