Amperland Thermalwärme feiert Meißelweihe mit Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber

04.12.2025 | Projekte
Meißelweihe in Geiselbullach

Ein besonderes Projekt der Tiefengeothermie hat am Barbaratag (4. Dezember) ein besonderes Ereignis gefeiert: Die feierliche Meißelweihe der Amperland Thermalwärme, zu der auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber gekommen ist, markierte den symbolischen Start für die Bohrarbeiten, die im Januar 2026 beginnen sollen. 

Gleich eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Gegebenheiten machen die Amperland Thermalwärme zu einem der interessantesten Projekte der Tiefengeothermie in ganz Deutschland. 

Erstens handelt es sich bei der Amperland Thermalwärme um ein einzigartiges interkommunales Projekt - nämlich nicht zwischen zwei Städten oder Gemeinden, sondern zwischen zwei Landkreisen. Extra für die Nutzung der Erdwärme hat das Gemeinsame Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft (GfA) der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck die Amperland Thermalwärme gegründet.

Zweitens befindet sich der Bohrplatz in einem außergewöhnlichen Umfeld: „Die Geothermie-Bohrungen der Amperland Thermalwärme sind bundesweit und wahrscheinlich sogar europaweit die ersten, die direkt auf dem Betriebsgelände eines Abfallheizkraftwerks niedergebracht werden“, erklärte der Geschäftsführer der Amperland Thermalwärme, Dr. Thomas König. Der große Vorteil dieses ungewöhnlichen Bohrplatzes: Da die Müllverbrennungsanlage schon heute einen wichtigen Beitrag zur Fernwärmeversorgung der Region leistet, kann die geplante Geothermie-Anlage direkt vor Ort und ohne größeren Aufwand an das Fernwärmesystem angeschlossen werden. 

Drittens beschreitet die Amperland Thermalwärme einen zusätzlichen – und völlig neuartigen – Weg für eine möglichst nachhaltige Verwirklichung des Geothermie-Projekts. Das sogenannte Bohrklein – also das Material, das bei einer Tiefenbohrung anfällt – wird nicht wie sonst üblich zu einem der nur zwei Recycling-Standorten für Bohrklein in Deutschland transportiert, sondern direkt im benachbarten Abfallheizkraftwerk verwertet und ebenfalls zur Wärmegewinnung genutzt.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, der mit seinem Ministerium auch für die bayerische Abfallwirtschaft zuständig ist, würdigte die Amperland Thermalwärme als Vorzeigeprojekt und als wichtigen Baustein für die Energieversorgung der Zukunft. „Sie nutzen hier eine große Chance auf vorbildhafte Art und Weise“, sagte Glauber. „Die Einbindung einer Geothermie-Anlage in die bestehende Wärmeversorgung macht das gesamte System effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger.“ 

Die Bohrungen, die von der Daldrup & Söhne AG ausgeführt werden, zielen auf eine Tiefe von rund 2.100 Metern, in denen mehr als 70 Grad heißes Thermalwasser vermutet wird. Damit soll eine Geothermie-Anlage mit 10 Megawatt Leistung betrieben werden, die möglichst schon Anfang 2027 mit der Wärmelieferung beginnen soll. 

Quelle:

Enerchange

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