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Bessere geologische Daten für Oberrheingraben

30. September 2008

Die geologische Datenbasis für den Oberrheingraben ist zum Teil spärlich. Zumindest für Hessen wird sich das ändern, wie im Rahmen des 3. hessischen Tiefengeothermieforums deutlich wurde.

Insbesondere die Aktivitäten der Technischen Universität in Darmstadt werden dazu beitragen, die Geologie des hessischen Teils des Oberrheingrabens besser zu verstehen. So stellte der Darmstädter Geowissenschaftler Ingo Sass beim 3. hessischen Tiefengeothermie-Forum sein aktuelles Projekt zur 3D-Modellierung des tiefengeothermischen Potenzials in Hessen vor. Bereits seit Ende Januar 2008 arbeitet er an einem 3D-Modell des Oberrheingrabens im Auftrag der hessischen Landesregierung. Als Datengrundlage dienen Karten, Bohrdaten und sorgfältig ausgewählte 2D-Seismiklinien. Die erste Ergebnisse seiner Untersuchungen bringen gute Nachrichten: das in der TAB-Studie nicht berücksichtigte „Rotliegende“ (Gesteinsschicht aus dem Perm) hat sehr gute Permeabilitäten, so dass das geothermische Potenzial höher sein dürfte als ursprünglich erwartet. Sass betonte in seinem Vortrag, dass das erstellte Modell nicht die 3D-seismische Erkundung für eine exakte Definition der Bohrlandepunkte ersetzen kann. Es stelle aber gerade in der Phase, bevor massive Investitionsentscheidungen getroffen werden müssen, eine hervorragende Grundlage für die Projektplanungen dar.

Insgesamt sei die Datenlage für den Oberrheingraben eher dürftig, betonte Bernd Loske von Firma DMT mit Sitz in Essen. Dies läge unter anderem daran, dass es im Gebiet des Oberrheins nur 15 Ölbohrungen im Muschelkalk/Buntsandstein über 2.500 Meter gibt. Außerdem hätten die Linien der alten 2D-Seismik ein anderes Erkundungsziel gehabt. Er empfahl deshalb, für das gesamte Erlaubnisfeld eine reprozessierte 2D Seismik machen zu lassen und im Zielgebiet der Bohrung eine 3D-Seismik zu beauftragen.

Als Ergänzung zur seismischen Untersuchung des Untergrunds hat Andreas Junge von der Universität Frankfurt im Rahmen des Tiefengeothermie-Forums das Magnetotellurik (MT)-Verfahren vorgestellt. Mit dessen Hilfe sei es zum Beispiel möglich, gute von schlechten elektrischen Leitern insbesondere seitlich von einander abzugrenzen. Junge wies aber darauf hin, dass die Schwankungsbreite des MT-Verfahrens bei der Tiefenaussage deutlich größer sei als bei seismischen Untersuchungen. In jedem Fall aber sei das relativ kostengünstige MT-Verfahren dazu geeignet, im Vorfeld der 3D-Seismik einen groben Überblick über die Untergrundstrukturen zu liefern.

Weitere Informationen: www.hessen-energie.de (ag)

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