Bohrbeginn in Dürrnhaar

29.11.2007 | Finanzierung, Anlagentechnik | Enerchange
Geothermiebohrung in Bayern

Am Mittwoch, den 28. 11. 2007, wurden in Bayern die Bohranlage für das erste privatwirtschaftlich finanzierte Geothermiekraftwerk errichtet und Bohrarbeiten aufgenommen. Projektstandort in Dürrnhaar, Gemeinde Aying, ist die ehemalige Bauschuttdeponie der Ganser Ensorgungsgruppe.

Die Süddeutsche Geothermie-Projekte Gesellschaft GmbH & Co. KG (SGG) beauftragte für die Bohrphase der geplanten 5-MWel-Anlage das Unternehmen H. Angers Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH, Hessisch Lichtenau. Die Produktionsbohrung, die nun abgeteuft wird, soll laut SGG in etwa 3670 Metern Tiefe einen 130 °C heißen Aquifer erschließen. Die Reinjektionsbohrung bis etwa 3720 Meter wird voraussichtlich Anfang 2008 abgeteuft und die Pumpversuche beziehungsweise Zirkulationstests werden Mitte 2008 gestartet.

Die Gesamtkosten für das erste privatwirtschaftlich finanzierte Geothermiekraftwerk belaufen sich voraussichtlich auf 35 Millionen Euro. Die Investitionen werden allein von der SGG, einer von HOCHTIEF, Renerco und SachsenFonds gegründeten Gesellschaft eingebracht. Die SGG plant in Zukunft den Bau einer Reihe von Geothermiekraftwerken im bayerischen Molassebecken und hat sich bereits mehrere Bergrechte gesichert.

Beim "Richtfest" der Bohranlage betonte der Münchner Landrat Heiner Janik die Wichtigkeit der Geothermie als Baustein zur Verwirklichung der Energievision des Landkreises. Nach dieser soll eine Reduzierung des heutigen Energiebedarfs um 60 % bis 2050 und die Abdeckung des Restbedarfs ausschließlich durch regenerative Energie erreicht werden.

(siehe auch News vom 19.10.)

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