Chancen der tiefen Geothermie in Mitteleuropas Hotspot

20.05.2020 | Veranstaltungen | Jochen Schneider

Der Oberrheingraben weist eines der höchsten geothermischen Potenziale in Mitteleuropa auf. Projekte, Potenziale und Chancen, wie zum Beispiel die Lithiumgewinnung, sind Themen des IGC Online-Meetings am 17. Juni 2020.

IGC Online Meeting

Der Oberrheingraben (ORG), erstreckt sich entlang der deutsch-französischen Grenze über 300 Kilometer Länge und rund 40 Kilometer Breite von Basel bis Mainz. Teil des Oberrheingrabens sind das Elsass in Frankreich, die Kantone Basel und Baselland in der Schweiz sowie in Deutschland die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Das Gebiet verfügt über ein großes geothermisches Potenzial, sodass schon einige Geothermieprojekte in den drei Anrainerstaaten realisiert wurden.

Die geothermische Entwicklung in den Regionen ist jedoch unterschiedlich, es gibt zum einen das älteste wärmeerzeugende Kraftwerk in Riehen bei Basel mit einer grenzüberschreitenden Fernwärmeversorgung. Im französischen Elsass sind mehrere EGS-Anlagen im Bau und in Betrieb, wie das Leuchtturmprojekt Soultz-sous-Forets. Und in Deutschland sind die ersten wirtschaftlich laufenden geothermischen Stromerzeugungsanlagen in Betrieb.

Geothermisches Potenzial lange noch nicht ausgereizt

In allen Gebieten ist das geothermische Energieerzeugungspotenzial jedoch viel höher als die installierte Leistung der bisher bestehenden Anlagen. Dies gilt vor allem, wenn man die Möglichkeiten der Fernwärmeversorgung berücksichtigt. Die Großstädte im Oberrheingraben, unter anderen Basel, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim und Mainz, verfügen in allen drei Ländern über Fernwärmesysteme, die ihre fossile Vergangenheit hinter sich lassen und sich künftig auf eine umweltfreundliche Versorgung konzentrieren müssen.

Das Potenzial für die Transformation im Oberrheingraben besteht, wie die operativen Projekte zeigen. Und Geothermie bietet in der Region die kostengünstigste Lösung für eine kontinuierliche Energieversorgung rund um die Uhr, gerade auch in Kombination mit der geothermischen Stromerzeugung. So ermöglicht sie die Unabhängigkeit von Energieimporten.

Besondere geologische Bedingungen

Das hohe geothermische Potenzial ist bedingt durch die Ausdehnung des Oberrheingrabens als Folge der alpinen Orogenese. Diese Dehnung führte dazu, dass sich die Kruste ausdünnte und der Erdmantel somit näher an der Oberfläche liegt. Dies bedingt höhere Temperaturen in geringerer Tiefe, was durch die Quellen der Heilbäder und der geothermischen Anlagen verdeutlicht wird. Der geothermische Gradient kann regional mehr als 60 Grad Celsius pro Kilometer erreichen.

IGC Online-Meeting Oberrheingraben

Dieser spannenden Thematik widmet sich das neue IGC-Online-Meeting Oberrheingraben, das am 17. Juni von 14.00 bis 17.30 Uhr stattfindet. Expert*innen aus Forschung und Praxis stellen das Potenzial des Oberrheingrabens vor, gehen auf die Herausforderungen für geothermische Anlagen in einer aktiven seismischen Umgebung ein und zeigen die besonderen Chancen der Region auf, wie beispielsweise die Gewinnung von Lithium. Darüber hinaus präsentieren die Referent*innen bestehende Anlagen aus allen drei Ländern und berichten über ihre Entwicklung und die Betriebserfahrungen.

Jeweils im Anschluss an die Präsentationen stehen die Experten*innen zur Diskussion bereit. Als Teilnehmer*in sind alle anderen Teilnehmer*innen für Sie sichtbar und Sie können über den persönlichen Chat mit ihnen in Kontakt treten.

Um auch das internationale Publikum zu integrieren, wird der fachliche Austausch in englischer Sprache stattfinden. Die Teilnehmer*innenzahl ist für dieses neue Format auf 25 Personen begrenzt. Die Teilnahmegebühr beträgt 200 Euro (inkl. MwSt.)

Melden Sie sich JETZT für das IGC-Online-Treffen Oberrheingraben auf igc.events an. Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Anmeldung und der eingehenden Zahlung nach Rechnungsstellung bestätigt - die bisherigen Anmeldungen zeigen ein großes weltweites Interesse. Weitere Informationen und das Programm finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung.