CO₂-neutraler Forschungscampus in Garching bei München: Dank Geothermie und Abwärme des Leibniz-Rechenzentrums

04.02.2026 | Anlagenbetrieb
Forschungscampus der TU München in Garching

Der Forschungscampus der Technischen Universität München in Garching wird zum Vorzeigebeispiel der Wärmewende: Die neue, CO₂-neutrale Wärmeversorgung für die zahlreichen Gebäude und Anlagen nutzt künftig die Abwärme des Leibniz-Rechenzentrums und die bereits bestehende Geothermie-Anlage. 

Im Regelbetrieb wird künftig komplett auf die Verbrennung von Erdgas verzichtet, berichtet der Münchner Merkur. So können künftig rund 30.000 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden – und das bei niedrigeren Betriebskosten als bislang, heißt es in einer Mitteilung der TUM.

Der Großteil der Heizleistung stammt künftig aus dem Leibniz-Rechenzentrum, einer Einrichtung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften auf dem Forschungscampus. Dessen Höchstleistungscomputer produzieren erhebliche Wärme und müssen aufwendig gekühlt werden. In Zukunft wird diese Energie in das Nahwärmenetz des Campus Garching eingespeist.

Weitere Wärme wird über Geothermie, also heißes Thermalwasser aus dem Untergrund von Garching, gewonnen. Hinzu kommen Wärmepumpen und – für den Bedarf bei Spitzenlast – elektrische Heizkessel. Nur für die zwingend notwendige Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei Stromausfall gibt es noch einen neuen, besonders effizienten Gaskessel.

TUM-Präsident Professor Thomas F. Hofmann sagt: „Wir meinen es ernst mit unserer Selbstverpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit und setzen unsere TUM Sustainable Futures Strategie 2030 weiter um. Dazu gehört neben der Forschung an innovativen und effizienten Technologien auch der tägliche Betrieb unserer Universität. Das ist für uns eine Frage der Verantwortung für künftige Generationen und der Glaubwürdigkeit.“

Henning Lustermann, Geschäftsführer der GETEC Wärme und Effizienz GmbH, mit der die TUM in Zukunft zusammenarbeitet, betont: „Wir sind stolz, die TU München bei diesem Leuchtturmprojekt der Wärmewende begleiten zu dürfen. Unser Energiekonzept beweist, dass Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz keine Gegensätze sind. Durch die intelligente Vernetzung verschiedener lokaler Wärmequellen wie der Abwärme des Supercomputers und der Geothermie schaffen wir ein zukunftsfähiges System, das den hohen Ansprüchen eines Exzellenz-Campus gerecht wird.”

Im Jahr 2022 verbrauchte der Campus Garching allein für die Wärmeerzeugung rund 127 Gigawattstunden (GWh) an Erdgas. Die künftig benötigten 43,5 GWh schöpft der Campus dann aus regenerativen Wärmequellen. Möglich wird der geringere Energiebedarf auch durch die Absenkung der Temperatur des Heißwassernetzes von 140 Grad auf 80 bis 100 Grad. 

Für die Umsetzung werden am Garchinger Campus einige neue Fernwärmeleitungen und eine neue Energiezentrale gebaut. Alle Übergabestationen zu den Gebäuden werden erneuert, die Gebäude werden im notwendigen Umfang saniert, so die Technische Universität. Zusätzlich wird die Kesselanlage im bestehenden Heizkraftwerk am TUM-Campus Garching erneuert. Die alte Infrastruktur wird außer Betrieb genommen und vollständig zurückgebaut.

Quelle:

Münchner Merkur, TUM 

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