Die Stadt Bad Bevensen und die Berliner NULLCOZWEI GmbH haben im Oktober 2025 den Vertrag zur Fortführung des Geothermie-Projekts unterzeichnet. Bis dahin stand das Vorhaben vor dem Aus, nachdem der Stadtrat von Bad Bevensen im Frühjahr 2025 die Notbremse gezogen hatte und die städtische Projektgesellschaft daraufhin aufgelöst wurde.
Die neue Partnerschaft bedeutet: Das geothermische Potenzial der Kurstadt im Landkreis Uelzen wird erschlossen. Der neu gegründeten Projektgesellschaft mit NULLCOZWEI als Entwicklungspartner helfen dabei die neuen Rahmenbedingungen für die Tiefengeothermie in Deutschland. Das Ausfallrisiko der von der Stadt mit 10 Millionen Euro angesetzten Bohrung kann das Unternehmen zu 100 Prozent durch ein neues Förderprogramm des Bundes absichern, berichtet Geschäftsführer Steffen Krause laut einem Bericht der Allgemeinen Zeitung. Die Vorprüfung sei abgeschlossen. Im März soll der formelle Antrag gestellt werden.
In 2400 Metern Tiefe wird unter Bad Bevensen eine Wasserschicht mit einer Temperatur von 95 Grad erwartet, in 3300 Metern sind es sogar 128 Grad. Das Nutzungskonzept stehe „nach wie vor, wie wir es von der Stadt übernommen haben“, berichtet Krause. „Wir würden die Bohrung aber gerne in das Stadtgebiet verschieben.“ Denn je kürzer das Leitungsnetz zu den Abnehmern gebaut werden muss, desto geringer seien die Wärmeverluste.
Zudem plant NULLCOZWEI dem Bericht zufolge noch eine zweite Bohrung, denn in der Spitzenlast wäre die Bohrung mit den geplanten Ankermietern – den Kliniken, der Therme, dem Kurhaus und dem Rathaus – ausgeschöpft. Aber nicht nur für den Fall von Ausfällen oder Wartungen sorge eine zweite Bohrung für Sicherheit. Es würde auch viele Bürger von der Sorge befreien, wie sie ihre Häuser heizen sollen, wenn fossile Energien eines Tages zu teuer werden oder nicht mehr verfügbar sind. Grundsätzlich könnte das gesamte Stadtgebiet mit der Energie aus der Tiefe versorgt werden, betont Krause. „Jeder, der mitmacht, senkt die Preise.“ Für das Endkundengeschäft will das Unternehmen mit dem regionalen Netzbetreiber Celle-Uelzen-Netz zusammenarbeiten.
Und wie geht es weiter? In diesem oder im nächsten Jahr sind seismische Untersuchungen geplant. Die Bohrung soll vielleicht schon 2027 niedergebracht werden. Kraftwerk und Wärmenetz würden parallel entstehen. Das große Ziel ist es, dass die Anlage im Jahr 2029 in Betrieb geht.
Allgemeine Zeitung