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Dunkle Wolken über Geothermiekraftwerk Landau

3. April 2014

Auf Grund der Hebungen der letzten Monate fordert der Stadtrat Landau die Stilllegung des Kraftwerks. Die grüne Wirtschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz entzieht einer dritten Bohrung die Unterstützung. Der Präsident des GtV-BV fordert eine zügige und sachliche Aufklärung.

Über dem Geothermiekraftwerk in Landau ziehen dunkle Wolken auf. Wie heute der SWR berichtet, hat das Landesamtes für Geologie und Bergbau im Umfeld des Geothermiekraftwerks erhöhte Salz und Schwermetallgehalte im Grundwasser festgestellt. Die Behörde geht davon aus, dass sie aus dem Geothermiekraftwerk stammen. Nach Angaben des Landesamtes besteht jedoch keine Gefahr für das Trinkwasser, es werde jedoch weiter überwacht.

Der Stadtrat der rheinland-pfälzischen Gemeinde hat am Dienstag auf Grund der Schäden durch die Hebungen, die sie mit dem Geothermiekraftwerk in Verbindung bringen, eine Resolution zur Stilllegung des Kraftwerkes verabschiedet, wie SWR und Focus auf ihren Webseiten berichten. Weiterhin wurde das Land Rheinland-Pfalz aufgefordert, eine geplante dritte Bohrung nicht zu genehmigen.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Evelin Lemke (Grüne) reagierte am gestrigen Mittwoch mit einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Der SWR zitiert Lemke wie folgt: "Insgesamt halte ich den jüngsten Vorfall in Landau für eine ernstzunehmende Angelegenheit, die zu einer Überprüfung dieses Geothermieprojektes Anlass gibt. Aus meiner Sicht ist das Kraftwerk in Landau mit der dort verwendeten Technologie in zentraler Stadtlage nicht mehr vermittelbar."

Vergangenen Dienstag forderte der Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie, Dr. Erwin Knapek, in einer Pressemitteilung eine rasche und umfassende Aufklärung der Ursachen für die Bodenhebungen in Landau. „Wichtig ist, dass alle Beteiligten zügig und sachlich vorgehen“, so Knapek. Er verwies aber darauf, dass die Unterrsuchungen noch im Gange sind, und der Verband möchte hier nicht mit einer Stellungnahme in ein laufendes Verfahren eingreifen.

Die dritte Bohrung für das Geothermiekraftwerk in Landau war geplant zur Erweiterung der Injektionskapazität, damit die Anlage wieder mit höherer Leistung fahren kann. Der Anlagenbetrieb wurde auf Grund der seismischen Ereignisse von 2009 von Behördenseite eingeschränkt. Die dritte Bohrung war mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit für das Jahr 2013 geplant, scheiterte jedoch auf Grund der Nicht-Beteiligung der Energie Südwest AG, einer Tochter der Stadt Landau (49 Prozent) und der Enovos-Gruppe (51 Prozent), an der dritten Bohrung. Daraufhin erwarb die Frima Geysir Europe, eine 100-prozentige Tochter der Daldrup Söhne AG, die 40 Prozent der Energie Südwest und zu Beginn dieses Jahres auch den 50 Prozent Anteil der Pfalzwerke an der Betriebergesellschaft geox. Neben Geysir Europe ist die Energie Südwest noch mit 10 Prozent beteiligt. (js)

Quelle: 

SWR (1, 2), Focus, GtV-BV

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