Wie der Münchner Merkur berichtet, muss sich die Stadt Weilheim bei ihrer Suche nach einer zukunftsträchtigen Energiequelle für ihr geplantes Wärmenetz neu orientieren. Die Eavor GmbH, die seit 2022 an ihrer Pilotanlage für die Eavor-Loop-Technologie im rund 30 Kilometer entfernten Geretsried arbeitet, wird in Weilheim kein zusätzliches Projekt beginnen.
Das kanadische Unternehmen mit Deutschlandsitz in Düsseldorf erklärte die Absage mit einem zu niedrigen Energiebedarf im Raum Weilheim. „Der identifizierte Grundlastbedarf passt nicht in unsere Strategie, weshalb wir selbst vermutlich von einer Projektrealisierung absehen. Nichtsdestoweniger obliegt es den Stadtwerken, das Projekt mit unserer Technologie selbst zu realisieren“, teilte Eavor auf Nachfrage des Münchner Merkur mit. Die Aufsuchungserlaubnis von Eavor in dieser Region läuft Ende September 2026 aus.
Stadt und Stadtwerke in Weilheim bedauern dem Bericht zufolge die Entscheidung. Komplett beerdigen möchte man das Projekt aber nicht. Voraussetzung für eine Realisierung wäre aber ein Investor. „Wir als Stadtwerke können solch ein Vorhaben nicht stemmen“, sagt Neuner, Vorstand der Weilheimer Stadtwerke. Möglich wäre eine Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Gespräche haben noch keine stattgefunden.
Zwei Jahre ist es dem Bericht zufolge her, dass Eavor-Vertreter das Projekt im Weilheimer Stadtrat vorgestellt haben. Sie hätten sich damals zuversichtlich gezeigt, das Vorhaben nach dem Vorbild Geretsried zu realisieren. Der Zeitplan hatte einen Bohrbeginn für das Jahr 2027 in Aussicht gestellt. Die zuvor ausgewerteten Daten stammten überwiegend von den Bohrungen des italienischen Energiekonzerns Enel. Dieser hatte sich 2018 von seinen Plänen verabschiedet, in Weilheim das bis dato größte Geothermie-Kraftwerk Deutschlands zu bauen, weil zu wenig heißes Wasser gefunden worden war.
Die Temperatur des Thermalwassers aus dem 5.000 Meter tiefen Bohrloch hatte die Erwartungen zwar weit übertroffen. Anstelle von erwarteten 140 Grad Celsius wurden 165 Grad Celsius gemessen. Die Förderrate war allerdings zu gering. Ein weiteres Problem war das gefundene Erdgas. Diese Gasvorkommen machten weitere Tests unmöglich und das Projekt wurde gestoppt.
Münchner Merkur