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EEG 2021: Verbesserte Perspektiven für die Geothermie

22. Dezember 2020

Am 17. Dezember haben Bundestag und Bundesrat die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Damit kann es am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Für die Geothermie konnten im Vergleich zur ursprünglich geplanten Fassung Verbesserungen erreicht werden.

Insgesamt wird das jüngst beschlossene EEG 2021 von der Erneuerbare-Energien-Branche stark kritisiert: unzureichende Ausbauziele, prognostizierter Stromverbrauch 2030 zu niedrig, keine verbindliche Bund-Länder-Strategie zur naturverträglichen Umsetzung des Ausbaus, eine Flut von Detailregelungen und eine weitere Verkomplizierung der Ausschreibungen. Die Regelung eines kosteneffizienten Repowerings von Windparks und von Bürgerstromtarifen wurde vertagt.

Die Ökonomin Claudia Kemfert sprach im Deutschlandfunk von einem „verschlimmbesserten“ EEG. Die Klima-Allianz Deutschland spricht laut energiezukunft.eu von einer vertanen Chance für Klimaschutz, Wertschöpfung und Beschäftigung.

Immerhin: Verbesserungen für Mieterstrom, Altanlagen und Geothermie

Verbesserungen – vor allem im Vergleich zur ursprünglich geplanten Gesetzesnovelle – sehen die Verbände bei den Regelungen für Altanlagen, beim Eigenverbrauch, der jetzt auch für Mieterstromprojekte genutzt werden kann, und auch bei der Beteiligung von Kommunen an Wind- und Solarparks.

Für die Geothermie gibt es eine Reihe von guten Nachrichten im nun beschlossenen Gesetzestext: So ist die Degression bei der Vergütung von Geothermiestrom von 2021 auf 2024 verschoben. Ab 2024 soll die Vergütung um 0,5 Prozent sinken, statt der bisher für 2021 vorgesehenen 5 Prozent. Die Degression soll später auf 2 Prozent steigen, wenn die installierte elektrische Leistung 120 Megawatt erreicht hat. Dies verbessert die Planbarkeit für Projektentwickler von Geothermiekraftwerken.

Ebenfalls ein wichtiger Schritt ist die zukünftige Teilfinanzierung der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt. Möglich macht dies die CO2-Bepreisung für fossile Energieträger, die ab dem 1. Januar 2021 gilt. So kann die EEG-Umlage stabilisiert und perspektivisch sogar gesenkt werden. Der Bundesverband Geothermie schlägt darüber hinaus vor, Kosten innerhalb des EEG durch gezielte Fördermechanismen, wie beispielsweise einen Flexibilitätszuschlag, zu reduzieren. Dies würde das durch die aktuelle Novellierung bereits gesetzte, wichtige Preissignal für die Nutzung der Geothermie in Verbindung mit Wärmepumpen weiter verstärken.

Geothermiekraftwerke nicht von der EEG-Umlage für Pumpenstrom befreit

Eine verpasste Chance sieht die Geothermiebranche bei der Befreiung von der EEG-Umlage. Weiterhin müssen Betreiber von Geothermiekraftwerken für regenerativ produzierten Strom, den sie für den Betrieb ihrer Pumpen eingesetzen, die EEG-Umlage bezahlen. Währenddessen sind die energieintensive Industrie oder die Produzenten von synthetischem Wasserstoff in großen Teilen davon befreit.

Doch auch wenn die Anpassungen in die richtige Richtung gehen, reichen sie nicht aus, die enormen Potenziale der Geothermie als konstante und grundlastfähige Technik zur Strom-, Wärme- und Kälteproduktion zu nutzen.

Im Frühjahr steht schon wieder eine Überarbeitung des EEG an. Ein Entschließungsantrag definiert, welche Teile dann noch einmal in die Diskussion kommen. Diverse Verbände, die sich für Klimaschutz und erneuerbare Energien engagieren, legen den Finger in die Wunde und fordern deutliche Nachbesserungen für 16 ungelöste Punkte, darunter die grundlegende Neufassung der Ausbauziele.

Die Debatte zum EEG 2021 sowie den vollständigen Text finden Sie hier. (kj)

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