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EGS-Projekt in Ulm geplant

1. April 2011

Die in Baden-Württemberg, an der Grenze zu Bayern liegende Stadt Ulm will geothermische Energie nutzen und dabei 10.000 Haushalte in der Universitätsstadt mit elektrischer Energie aus Geothermie versorgen. Die Aufsuchungsgebiete wurden bereits von den Stadtwerken gesichert.

Die Ulmer Stadtwerke (SWU) wollen die Energie im Untergrundes anbohren. Geothermie wird bereits im im bayerischen Neu-Ulmer Donaubad auf der anderen Donauseite genutzt. Aus 1.036 Metern Tiefe wird 57 °C warmes Wasser gefördert, das mit 45 °C im Bad ankommt.

Die Stadtwerke wollen nun aus circa 5.000 Metern Tiefe 200 °C heißes Wasser mit einer Schüttung von 70 Liter pro Sekunde fördern. Laut SWU-Produktionsleiter Peter Schmidberger, soll ein Teil des Wassers durch eine ORC (Organic-Rankine-Cycle)-Anlage genutzt werden, in der durch eine Turbine und einen Generator Strom erzeugt wird. Der andere Teil soll den Stadtteil Wiblingen mit Fernwärme versorgen.

Die SWU haben sich auf Anraten des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums zwei Erkundungsfelder für ihre Erdwärmeprojekte im Bereich Ulm, Neu-Ulm und Senden gesichert. Nach ersten Untersuchungen rückt ein möglicher Standort im Süden des Industriegebiets Donautal in den Vordergrund, so Schmidberger. Dazu würde eine Bohrung rechts der Donau auf dem Gelände der ehemaligen Pyrolyse-Anlage an der Laupheimer Straße abgeteuft werden. Die zweite Bohrung könnte von einem städtischen Gelände südlich der Hans-Lorenser-Straße aus abgeteuft werden. Beide Bohrungen haben eine Granitschicht in 5.000 Meter Tiefe als Zielhorizont. Laut Peter Wiker von der Projektentwicklung der SWU sind tektonische Bruchzonen nicht zu erwarten.

In einen von der SWU beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Freiburg (LGRB) in Auftrag gegebenen Vorgutachten wurde festgestellt, dass die geothermische Energiegewinnung am Standort Ulm/Neu-Ulm durch das EGS-Verfahren aus technischer Sicht theoretisch realisierbar wäre.

Bereits jetzt sind die Vorarbeiten für das Projekt so weit fortgeschritten, dass die SWU sie in den nächsten Wochen dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium vorlegen können. "Unsere Schätzung liegt bei 60 Millionen Euro, die der Bau der Anlage kosten wird", so Schmidberger. Dieses Projekt wäre nur mit massiven Förderungen des Bundes von der SWU realisierbar. Beteiligt sich der Bund, dann ließe sich der Bau bis 2020 realisieren. (va)

Quelle: www.swp.de, www.press-n-relations.de

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