Energie-Wende-Garching erhält Genehmigung für 50 Prozent mehr geothermische Förderleistung

04.03.2026 | Anlagenbetrieb
Energie-Wende-Garching

Die Energie-Wende-Garching hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer noch leistungsfähigeren und nachhaltigeren Wärmeversorgung erreicht: Das Bergamt Südbayern hat der EWG die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, ihre Geothermie-Anlage mit einer Fördermenge von 150 Litern pro Sekunde zu betreiben – 50 Prozent mehr als bisher genehmigt.

Mit dieser Genehmigung erhält die EWG die Grundlage, die Wärmeversorgung in Garching bei München noch grüner zu gestalten und zugleich weitere Kunden an das Fernwärmenetz anzuschließen. 2023 hatte die EWG aufgrund der damaligen Kapazitätsgrenze eine Warteliste für Interessenten eröffnen müssen. Dank der zuletzt schon gesteigerten Erzeugungskapazität konnte diese Warteliste vollständig abgearbeitet werden - und mit der jetzigen Genehmigung gibt es zusätzliche Möglichkeiten für neue Anschlüsse an das Fernwärmenetz.

Bereits 2024 hat die EWG die alte Tauchkreiselpumpe – das Herzstück der Thermalwasserförderung – durch ein leistungsstärkeres Gerät ersetzt. Ein erfolgreicher Pumpversuch im Jahr 2025 bestätigte: Die neue Pumpe kann die Fördermenge von bisher 100 auf bis zu 150 Liter pro Sekunde steigern. Aktuell betreibt die EWG die Anlage bereits mit 130 Litern pro Sekunde und speist damit 12 Megawatt (MW) geothermische Wärme in das Fernwärmenetz ein.

Die nun erteilte wasserrechtliche Genehmigung des Bergamts Südbayern ist die behördliche Bestätigung, das volle Potenzial des Untergrunds nutzen zu dürfen. „Diese Genehmigung ist wichtig für die wirtschaftliche Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der EWG“, erklärte Geschäftsführer Linus Diergarten in einer aktuellen Pressemitteilung der EWG. „Wir können unsere geothermische Leistung weiter ausbauen, neue Kunden anschließen und gleichzeitig noch mehr CO₂ einsparen.“

Parallel zur Leistungssteigerung der Geothermie hat die EWG Ende 2025 in ihrer Heizzentrale zwei Großwärmepumpen in Betrieb genommen. Sie nutzen die verbleibende Wärme des Thermalwassers, bevor es in den Boden zurückgeführt wird, und heben diese Wärme mittels elektrischen Stroms auf ein für das Fernwärmenetz nutzbares Temperaturniveau. 

Ab 2026 versorgen diese Anlagen das Netz in der Mittel- und Spitzenlast mit zusätzlicher Wärme und nutzen die vorhandene Wärmequelle Geothermie damit noch effizienter aus. Wegen des guten Wirkungsgrads der Wärmepumpen wird der Primärenergiebedarf gegenüber fossilen Heizkesseln deutlich reduziert. Der Anteil an fossilen Brennstoffen für die Erzeugung der Wärme der EWG wird noch kleiner.

Das Ergebnis beider Maßnahmen: Die in der Spitzenlast verfügbare erneuerbare Leistung hat sich seit 2020 verdoppelt. Beide Maßnahmen – die neue Förderpumpe und die Großwärmepumpen – werden durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert.

Die Investitionen der vergangenen zwei Jahre zahlen sich ab 2026 für alle Fernwärmekunden aus: Der Anteil erneuerbarer Energie im Fernwärmenetz steigt deutlich, und der Primärenergiefaktor – ein Maß dafür, wie effizient und klimafreundlich Wärme erzeugt wird – verbessert sich spürbar. Kunden der EWG heizen damit künftig noch umweltfreundlicher.

In einem nächsten Schritt plant die EWG zudem, einen Tagesspeicher zu integrieren. Er soll die täglichen Schwankungen im Wärmebedarf besser ausgleichen und es ermöglichen, überschüssige erneuerbare Wärmeenergie tagsüber und in den Nachtstunden zu speichern und in Spitzenlastzeiten wieder abzugeben. Damit wird die Effizienz der Geothermie-Nutzung maximiert.

Quelle:

Energie-Wende-Garching

Projekte zu dieser News

Verwandte Nachrichten