„Über diesen großartigen Bohrerfolg freuen wir uns ungemein“, sagte der Geschäftsführer der Erdwärme Grünwald, Andreas Lederle, laut einem Bericht des Münchner Merkur. Die Tests mit dem sogenannten Airlift-Verfahren bestätigten nicht nur die Fündigkeit des Bohrlochs. Sondern sie zeigten auch, dass das aus rund 4800 Metern geförderte Thermalwasser mit einer Temperatur von etwa 123 Grad Celsius nochmal deutlich heißer als erwartet ist.
„Über 100 Grad und mehr als 100 Liter“, hatte Geschäftsführer Lederle zunächst über die erfolgreiche Bohrung berichtet. Innerhalb von 83 Tagen wurde bis in eine Tiefe von 4661 Metern gebohrt. Im Anschluss wurde noch ein rund 1200 Meter langer Seitenast gebohrt, der die Ergiebigkeit entscheidend erhöhte.
Nach dem Abschluss der Tests zur erfolgreichen ersten Bohrung wird der Bohrturm nun auf den nächsten Bohrkeller verschoben. Ausgelegt ist der Bohrplatz Laufzorn II auf insgesamt sechs Bohrungen. Nach dem Abschluss der letzten Bohrung und dem Abbau der Bohranlage soll voraussichtlich 2026 mit dem Bau des Heizwerks begonnen werden.
Das gesamte Geothermie-Projekt Laufzorn II soll bis zum Winter 2027/28 fertiggestellt werden. Es liefert einen weiteren Beitrag zum größten geothermischen Fernwärmenetz Kontinentaleuropas, zu dem heute schon das Grünwalder Netz mit 120 Kilometern Länge und das Bestandsnetz in Unterhaching mit 65 Kilometern gehören.
Schon jetzt liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Grünwalder Fernwärme bei fast 90 Prozent. Mit Laufzorn II wird die komplette Umweltverträglichkeit und die vollständige Unabhängigkeit bei der Wärmeversorgung geschafft.
Münchner Merkur