Wie das Internetportal ee-news.ch berichtet, führte die CKW im Januar 2025 eine großflächige, passive seismische Untersuchung des Untergrunds durch. Das Ziel war es, den Untergrund besser kennen zu lernen und so das Zielgebiet für eine erfolgsversprechende hydrothermale Tiefenbohrung einzugrenzen.
Diese Eingrenzung sei nicht gelungen, erklärte Projektleiter Philipp Leppert. Die analysierten Daten zeigen kein eindeutiges Resultat. Für eine Weiterführung des Projekts seien deshalb die Kosten zu hoch, so Leppert. „Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gründen dazu entschieden, zu pausieren.“ Trotzdem halte die CKW das Gebiet weiterhin für geeignet für Tiefengeothermie.
Geplant war, dass die Geothermie-Anlage eines Tages Strom für 4000 Haushalte und Heizwärme für 6500 Haushalte liefern sollen. Tiefenwasser mit einer Temperatur von run 140 Grad Celsius sollte dazu in einer Bohrtiefe von 4000 bis 4500 Metern Tiefe erschlossen werden.
Wie lange die CKW das Projekt pausieren wird, lässt die CKW offen. „Wir beobachten aktuell, wie es mit anderen Geothermie-Projekten im In- und Ausland vorwärts geht“, sagt Leppert. Insbesondere würden auch Projekten mit alternativen Technologien beobachtet, um die Wärme aus dem Untergrund zu nutzen. „Wir prüfen regelmässig, ob diese Ansätze auch für das Projekt im Kanton Luzern eine Option wären.“
Aus der Sicht des Internetportals ee-news.ch reiht sich das Projekt im Kanton Luzern in eine Reihe erfolgloser Tiefengeothermie-Vorhaben in der Schweiz ein:
- Vinelz: 2023 stieß Energeô Vinzel bei der Bohrung in 2233 Metern Tiefe zwar auf Wasser mit einem außergewöhnlichen Druck. Da die Temperaturen jedoch deutlich niedriger waren als erwartet, wurde dieses Projekt abgebrochen.
- Lavey-les-Bains: Die Bohrarbeiten im Wallis wurden im Herbst 2022 eingestellt. Die am Grund des Bohrlochs gemessenen Temperaturen übertrafen zwar deutlich die erhofften Werte, aber der Warmwasserdurchfluss ist – anders als erwartet – zu gering, um Strom zu produzieren.
- St. Gallen: In St. Gallen wurden 2013 die Geothermie-Bohrungen aufgrund von Erdbeben gestoppt. (ee-news.ch vom 22.7.2013 >>)
- Basel: Mit der Stimulation des kristallinen Grundgebirges sind in Basel Erschütterungen aufgetreten. Aufgrund einer Risikoanalyse wurde das Vorhaben 2010 eingestellt
Aber es gibt auch einen Lichtbilck für die Schweizer Geothermie: Geo-Energie Jura SA (GEJ) hat im November 2025 die letzten Arbeiten der Explorationsphase des Geothermie-Pilotprojekts Haute-Sorne (JU) erfolgreich abgeschlossen. Die Tests bestätigen, dass es möglich ist, die Durchlässigkeit des Gesteins ausreichend zu erhöhen, um ein nutzbares geothermisches Reservoir zu erhalten, wobei die festgelegten Schwellenwerte für die Seismizität eingehalten wurden.
Ein weiteres neues Geothermie-Projekt in der Schweiz soll es nun in Burgdorf im Kanton Bern geben. Mit einer Informationsveranstaltung stogeben jetzt der Zentralschweizer Energiekonzern CKW und der Burgdorfer Energieversorgerin Localnet ein Erdwärme-Projekt bekannt. Erste Sichtungen der schon vorhandenen Daten ließen im Untergrund "ein hydrothermales Potenzial im grösseren Umkreis" vermuten, heißt es von CKW laut einem Bericht der Berner Zeitung. Als weiteren Pluspunkt nennt das Unternehmen die geringe Erdbebenwahrscheinlichkeit in der Region.
ee-news.ch / SRF