An rund 5.600 Messpunkten hatten die weißen Vibro-Trucks Schallwellen in den Boden geschickt, deren Reflexionen an über 36.000 Geophon-Stationen aufgezeichnet wurden. 185 Kilometer betrug die Gesamtlänge der vier Messlinien in der Region des östlichen Ruhrgebietes und des historischen Westfälischen Hellweges. Nun sind die Daten ausgewertet und es liegen erste, vielversprechende Ergebnisse vor.
Der Geologische Dienst und NRW.Energy4Climate haben in zwei Workshops für Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik und Energiewirtschaft am 6. und 7. Juli in Soest und Witten erste Ergebnisse über mögliche geothermische Reservoire vorgestellt. „Von besonderem Interesse sind hierbei wasserführende Kalkgesteine, die für eine geothermische Nutzung infrage kommen. Bei dieser Form der Wärmegewinnung wird natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher beispielsweise an ein Fernwärmenetz, einen Industriebetrieb oder ein Gewächshaus ab und wird anschließend wieder in die Tiefe geleitet“, erläutert Ingo Schäfer vom GD NRW.
Ziel dieser Untersuchungen, beauftragt durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, ist es, notwendige Informationen für die Planung von tiefen Geothermieprojekten bereitzustellen. „Diese ersten Voruntersuchungen reduzieren das Risiko für Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen in der Region“, so Schäfer. Der GD NRW schafft somit eine Datenbasis für weitere Untersuchungen.
„Die nächsten Schritte zu einer geothermischen Nutzung müssen wir als lokale Akteure einleiten“, betont Marcus Schiffer, Bürgermeister der Stadt Soest. „Die Geothermie bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Wärmeversorgung in unseren Kommunen zu dekarbonisieren“, so Schiffer weiter. „Das Land NRW unterstützt die Umsetzung von geothermischen Projekten mit Förderprogrammen im Rahmen des Masterplans Geothermie NRW“, ergänzt Schäfer.