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Erneute Erdbeben in Landau

14. Dezember 2010

Am vergangenen Sonntagmorgen gab es in Landau zwei Erdbeben im messbaren, aber nicht spürbaren Bereich. Das Epizentrum lag im Umfeld des Geothermie-Kraftwerkes. Der Betreiber hat rasch reagiert und den Druck schrittweise reduziert.

Vergangenen Sonntag gab es in Landau morgens um 5.11 und 5.20 Uhr zwei Erdeben der Stärke 1,4 bzw. 2,0 auf der Richter-Skala. Die Herdtiefen lagen in Tiefen von ca. 3 Kilometern. Dies wurde von zalhreichen Bürgern als dumpfes Grollen wahrgenommen, das sie aus dem Schlaf schreckte. Harald Ehses, Leiter des Landesamts für Geologie und Bergbau in Mainz, kann die Wahrnehmung nachvollziehen: "Seit wir die Betriebsparameter des Kraftwerkes eingefroren haben, waren dies die stärksten Beben", sagte Ehles der Zeitung Die Rheinpfalz. Ehles weiter: "Das Epizentrum liegt im Umfeld des Geothermie-Kraftwerkes im südlichen Stadtgebiet und passt damit genau ins Schema der anderen Beben."

Von entscheidender Bedeutung sei jedoch nicht die Magnitude, sondern vielmehr die Schwinggeschwindigkeit. Und die lag mit 0,7 Millimeter pro Sekunde im Stadtgebiet und mit 1,2 Millimeter nahe Insheim deutlich unter dem Grenzwert, ab dem Fachleute Gebäudeschäden für möglich halten. Der Grenzwert für Wohngebäude liegt bei 5 Millimeter pro Sekunde, für sensible, denkmalgeschützte Häuser bei 3 Millimeter. Eine Erklärung für das erneute Beben konnte Ehses laut Die Rheinpfalz gestern noch nicht liefern. "Die Betriebsdaten werden zeigen, ob sich ein Zusammenhang erkennen lässt zwischen der Betriebsführung und den Erschütterungen."

Ratlos zeigte sich auch Branka Rogulic, Geschäftsführerin des Betreibers geo x GmbH. "Wir haben keine Erklärung, wir haben im Betrieb nichts verändert", so ihre Aussage laut Die Rheinpfalz. In der Vergangenheit war es gerade beim An- oder Abschalten der Anlage zu wahrnehmbaren Reaktionen über und unter der Erde gekommen. Das Team sei jetzt bei der Auswertung der Daten.  Eines ließe sich jedoch schon jetzt sagen: "Die Alarmierungskette funktioniert." Das von der Deutschen Montan Technologie, einer Tochter des TÜV Nord, betriebene Messnetz habe die Erschütterungen registriert und sowohl sie, Rogulic, als auch die Bestec GmbH, Betreiber der Anlage in Insheim, per SMS alarmiert.

Im Geothermie-Kraftwerk in Landau wurde als Reaktion auf das Erdbeben innerhalb einer Stunde die Fahrweise des Kraftwerks von den Spezialisten der Bestec GmbH schrittweise von 43 auf 35 bar reduziert (die Druckbegrenzung liegt bei 45 bar), wobei die erste Reduktion bereits nach 20 Minuten erfolgte. Das Kraftwerk läuft jetzt mit einer Leistung von 65 Prozent.

Die geo x GmbH hat dieses Reaktionsschema entwickelt, um bei beobachteter Mikroseismizität die Fahrweise des Kraftwerks anzupassen. Dies floss auch in alle Genehmigungsanträge ein. Noch am Sonntag habe man die Bevölkerung im Internet über die neuesten Ereignisse informiert und stehe in engem Kontakt mit den Behörden.

Quellen: Die Rheinpfalz, geo x GmbH

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