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Erste Erfolge in Sauerlach

28. April 2008

Nach dem Start der Bohrarbeiten im Oktober 2007 können die SWM nun erste Erfolge beim Geothermieprojekt in Sauerlach verzeichnen: mit der ersten Bohrung sind die Stadtwerke München (SWM) fündig geworden.

Zwar ist die Auswertung der Pumpversuche noch nicht beendet, doch mit einer Schüttung von 120 l/s und einer Temperartur von 140°C sind die Erwartungen der SWM übertroffen worden. Die in einer Tiefe von 4.230 Metern gefundene Temperatur des Thermalswassers ist die höchste, die bislang im Bayerischen Molassebecken bei einem Geothermie-Projekt erschlossen wurde.
Im Laufe der Bohrung traten einige Probleme, vorwiegend geologischer Natur, auf. Vor allem im Bereich des Bändermergels (Teufe: 3.500 m MD) stieß man auf sehr brüchiges Gestein, welches immer wieder ins Bohrloch nachrutschte. Abwechselnd auftretende stabile und instabile Bereiche bildeten im Bohrloch extrem große Hohlräume, die auf Grund der aufgestauten Gesteine mit einer Engstelle endeten. Diese Bohrlochstabilitätsprobleme führten beim Einbau der Stahlrohre zu Verkeilungen der Rohre an den Engstellen, die nur durch ein Nachbohren der Problemzonen gelöst werden konnten. Die Geologen analysieren diese unerwartete Besonderheit vor dem Hintergrund der während des Bohrens aufgezeichneten Messwerte, um daraus Erkenntnisse für die weiteren Bohrungen im Rahmen des Projektes Sauerlach zu gewinnen. Die geologischen Voraussetzungen stellten bei der ersten Bohrung in Sauerlach höchste Ansprüche an die Bohrtechnik, welche u. a. zu starken Bohrvibrationen, Verklemmung des Bohrstranges und einem hohen Meißelverschleiß führte. Weitere Probleme zeigten sich bei den Zementationsarbeiten zur Befestigung der Rohre im Bohrloch. Auch hier erschwerten die Bohrlochhohlräume die Verfestigung des Zementes, so dass mehrfach nachzementiert werden musste.

Unter Berücksichtigung dieser Schwierigkeiten verlängerte sich die geplante Bohrzeit um drei Monate und führte zu deutlichen Kostensteigerungen. Dank der günstigen Thermalwassertemperatur erhöht sich der Wirkungsgrad des ursprünglich geplanten Kraftwerks nun deutlich, somit geht die SWM davon aus, dass mehr elektrische Energie erzeugt werden kann. Die Kostensteigerungen für die Bohrarbeiten werden daher voraussichtlich durch die höhere elektrische Energie kompensiert.
Inzwischen haben die SWM mit der zweiten Bohrung begonnen. Bereits 2009 in Sauerlach das Geothermie-Heizkraftwerk entstehen, welches Strom erzeugen und Wärme für Sauerlach bereit stellen soll. Das Heizkraftwerk wird eine elektrische Leistung von circa 8 Megawatt haben künftig jährlich rund 30.000 Tonnen CO2 eingespart werden. (ag)

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