Schon seit 2024 untersuchen die Stadtwerke Husum ganz konkret die Möglichkeiten von Tiefengeothermie für eine nachhaltige und ressourcenschonende Wärmeversorgung in Husum und Umgebung. Jetzt tritt das Projekt in eine neue Phase, wie es in der aktuellen Pressemitteilung heißt. So haben die Stadtwerke Husum den offiziellen Förderbescheid für Gelder aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein erhalten.
Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, überreichte den Förderbescheid an Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum. Die Stadtwerke Husum sind die Ersten, die Gelder aus dem im Jahr 2025 ins Leben gerufenen Fördertopf erhalten. „Wir bedanken uns beim Land Schleswig-Holstein für die Förderung, die uns in unserem Projekt und damit in unseren Planungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung Husums einen wesentlichen Schritt voranbringt“, sagte Benn Olaf Kretschmann.
Mit der nun gesicherten Finanzierung können die Stadtwerke einen Spezialdienstleister mit der Machbarkeitsstudie beauftragen. Machbarkeitsstudien prüfen im Vorfeld von Probebohrungen die Erfolgsbedingungen eines Tiefengeothermie-Projekts – und sind damit wegweisend für den weiteren Projektverlauf.
„Welche Erfolgsaussichten ein Vorhaben hat, bewerten die Experten auf der Basis einer Vielzahl von bestehenden und neu zu erhebenden geologischen und seismischen Daten“, erklärt Matthias Forthmann, der das Tiefengeothermie-Projekt bei den Stadtwerken Husum leitet. Verläuft alles nach Plan, rechnet er damit, dass die Ergebnisse der Studie den Stadtwerken im vierten Quartal 2026 vorliegen. „Bis zur eigentlichen Probebohrung – sofern die Machbarkeitsstudie positiv ausfällt – wird jedoch noch einige Zeit ins Land gehen“, ordnet der Fachmann ein.
Denn für tatsächliche Bohrungen müssen im Vorfeld zunächst zum Beispiel Betriebspläne erstellt, behördlich geprüft und zugelassen werden. Zudem wäre ein gesondertes Beteiligungsverfahren erforderlich. Ein aufwändiges Projekt, das sich für die zukünftige Wärmeversorgung Husums jedoch durchaus lohnen könnte. „Aus einer Tiefengeothermiebohrung lassen sich 24 Gigawatt (GW) Wärme generieren. Das reicht aus, um bis zu 2.000 Haushalte mit Wärme zu versorgen“, unterstreicht Thomas Leven, Leiter Energiewirtschaft und neue Geschäftsfelder bei den Stadtwerken Husum.
Bereits im Februar 2024 hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen den Stadtwerken Husum eine zweijährige Aufsuchungserlaubnis bewilligt. Mit der Aufsuchungserlaubnis erhalten die Stadtwerke das Recht, die tiefengeothermischen Möglichkeiten im Gebiet rund um Husum auszuloten. Die Aufsuchungserlaubnis wurde zu Beginn dieses Jahres um weitere zwei Jahre bis Februar 2028 verlängert. Seit März 2024 liegen dem Energieversorger zudem die Ergebnisse einer Vorstudie vor, die das tiefengeothermische Potenzial in Husum belegen – und zeigen, dass weiterführende Untersuchungen sinnvoll sind.
Stadtwerke Husum