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Erstes Tiefengeothermie-Kraftwerk in Sachsen geplant

24. November 2010

Drei sächsische Gebiete sind im Gespräch für ein EGS-Projekt mit einer 5.000 Meter tiefen Bohrung.

In Dresden diskutiert das zuständige Landesamt mit Experten über Untersuchungsergebnisse für drei sächsischen Gebiete im Raum Aue, Freiberg und im Elbtal. Bei zufrieden stellenden Ergebnissen soll Wasser in 5.000 Meter Tiefe mittels Erdwärme im Granit erhitzt werden und zur Strom- und Wärmeerzeugung dienen. Das Wasser soll sich unter Tage auf 130 Grad Celsius erhitzen und dann gefördert werden, um ein Kraftwerk zu versorgen.

Derzeit existiert bereits ein Forschungsverbund Tiefengeothermie Sachsen, dem neben dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unter anderen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Deutsche GeoForschungszentrum Potsdam, das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik Hannover und die Freiberger Bergakademie angehören.

Die Projektskizzen sollen bis zum Jahresende stehen und für die Inbetriebnahme gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Ende 2015 soll das Kraftwerk in Betrieb gehen und Mindestleistungen von 2 Megawatt (elektrisch) und 6-8 Megawatt (thermisch) erzeugen.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Aue GmbH Günter Spielvogel schwärmt: "Die Tiefen-Geothermie ist eine tolle Geschichte." Aus seiner Sicht hat sie aber einen Haken: In ganz Europa gibt es bislang nur ein derartiges Kraftwerk in Frankreich. Die Stadtwerke müssten Neuland betreten. Und derzeit kann niemand eine seriöse Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen. Die Kosten würden in die Millionen gehen. "Das kann ich meinen Gesellschaftern nicht zumuten", so Spielvogel. Daher ist die Chance für Schneeberg im Altkreis Aue-Schwarzenberg für Sachsens erstes Geothermie-Kraftwerk gewachsen. Die Stadtwerke der Kommune Schneeberg halten nach wie vor an dem wissenschaftlich äußerst ehrgeizigen Projekt fest. (va)
 

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