Erweiterung der Anlage in Ried in der Planung

18.11.2015 | Internationale Projekte | Jochen Schneider
Geothermiebohrung in Bayern

Ein dritte Bohrung in Mehrnbach soll die bestehende Injektionsbohrung des Projektes in oberösterreichischen Ried am Innkreis entlasten und Druckbeeinflussungen benachbarter Bohrungen verhindern. Der Bedarf an regenerativer Wärme ist sehr hoch.

Momentan wird in dem Projekt aus der Förderbohrung im Rahmen des von den Behörden angeordneten dreijährigen Probebetriebs mit 65 Liter pro Sekunde gefördert bei einer Temperatur von 87 Grad Celsius. Im Januar und Februar ist eine höhere Förderrate von 75 Liter pro Sekunde genehmigt. Es wird dann auch eine Temperaturerhöhung um 3 Grad Celsius erwartet. Während des Probebetriebs müssen jedoch auch benachbarte Bohrungen überwacht werden, vor allem auf deutscher Seite, um Druckbeeinflussungen zu vermeiden.

Die negativen Beeinflussungen waren der Grund für die Umwidmung der Bohrungen und der Nutzung der kälteren Bohrung als Förderbohrung. Die jetzige Injektionsbohrung wurde mit einer Temperatur von 107 Grad Celsius erschlossen. Jedoch wurden in den benachbarten Thermen in Bayern Druckbeeinflussungen festgestellt, so dass nur die Nutzung der kälteren Bohrung zur Förderung von Tiefengrundwasser genehmigt wurde. Jetzt soll die dritte Bohrung, deren Kosten mit 8,5 Millionen Euro veranschlagt sind, Entlastung bringen. Sie soll in der Tiefe so angelegt werden, dass sich der Druck in der Tiefe ausgleicht und die jetzige Injektionsbohrung als Förderbohrung genutzt werden kann. Die Planungen laufen bereits und die Ausschreibung soll im März des kommenden Jahres erfolgen. "Geplant ist, ab November 2016 zu bohren," verdeutlichte Energie-Ried-Geschäftsführer Helmut Binder auf Anfrage der Oberösterreichischen Nachrichten. Mit der neuen Bohrung soll auch die Entnahmemenge gesteigert werden und eine leistungsfähigere Pumpe mit einer Förderleistung von 120 Liter pro Sekunde zum Einsatz kommen.

Der Bedarf an Wärme ist in Ried vorhanden. Bisher wurden 42 Megawatt produziert, in der Heizsaison 2016/2017 soll die Wärmeabgabe auf 65 Megawatt steigen. Dies ist jedoch mit der bestehenden Geothermieanlage nicht zu bewältigen, es muss mit Gas zugeheizt werden. Insofern ist eine Leistungssteigerung der Anlage mit einer weiteren Bohrung notwendig.

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