Fervo Energy speist erstmals Strom aus EGS-Großprojekt ins Netz ein

28.09.2026 | EGS | Enerchange

Fervo Energy hat erstmals Strom aus seinem groß angelegten Enhanced-Geothermal-Systems-Projekt Cape Station in das Stromnetz eingespeist. Das Geothermieprojekt im Beaver County im Bundesstaat Utah markiert nach Angaben des Unternehmens den weltweit ersten Fall, in dem eine Geothermieanlage im Versorgungsmaßstab auf Basis der EGS Technologie diesen Meilenstein erreicht. 

Cape Station Phase I soll eine Leistung von rund 100 Megawatt erreichen. Die Anlage besteht aus drei sogenannten GeoBlocks mit jeweils 33 Megawatt. Der erste GeoBlock hat nun die Stromproduktion aufgenommen und soll bis zum 1. Oktober 2026 den vertraglich vereinbarten kommerziellen Betrieb erreichen. Die beiden weiteren GeoBlocks sollen bis zum 1. Januar 2027 folgen.

Weiterer Ausbau

Parallel baut Fervo die nächste Ausbaustufe mit zusätzlichen 400 Megawatt. Der kommerzielle Betrieb dieser Phase ist für nächstes Jahr vorgesehen. Insgesamt verfügt Cape Station nach Angaben des Unternehmens bereits über Abnahmeverträge für rund 900 Megawatt. Damit könnte das Projekt rechnerisch nahezu eine Million US-Haushalte mit Strom versorgen. Fervo Energy plant darüber hinaus einen deutlich größeren Ausbau. Nach Unternehmensangaben umfasst die Pipeline mehr als vier Gigawatt potenzieller Kapazität. Die ersten nun erzeugten Megawatt gelten daher als Auftakt für eine Entwicklung im Multi-Gigawatt-Maßstab.

Verlässlichkeit einer Anlage 

Im Unterschied zu wetterabhängigen Energiequellen kann ein EGS-Kraftwerk grundsätzlich kontinuierlich Strom liefern. Zugleich benötigen Geothermieanlagen im Verhältnis zu ihrer Leistung vergleichsweise wenig Fläche und verursachen im laufenden Betrieb keine direkten Emissionen. Fervo verweist zudem auf die weitgehend inländische Lieferkette und sieht in der Technologie eine Möglichkeit, den wachsenden Energiebedarf der USA mit einer verlässlichen, CO₂-freien Stromquelle zu decken. Bereits seit 2023 speist das kleinere Project Red des Unternehmens Strom in das Netz ein. Cape Station stellt nun den Schritt von einem Demonstrationsprojekt zu einer großflächigen kommerziellen Anlage dar.

Fervo betont allerdings, dass die weiteren Ausbaupläne mit erheblichen Risiken verbunden sind. Dazu zählen unter anderem Genehmigungsverfahren, mögliche Verzögerungen beim Bau, schwankende Energie- und Materialpreise, Herausforderungen in der Lieferkette sowie Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Leistung und Wirtschaftlichkeit der Anlagen.

 
 
 


 

Quelle:

Fervo Energy

Schlagworte