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Finanzielle Unterstützung vom Bund für Schweizer Geothermieprojekt

13. September 2019

Der Bund unterstützt das Tiefengeothermie-Pilotprojekt in der Gemeinde Haute-Sorn im schweizer Kanton Jura mit 64,1 Millionen Franken. Das Kraftwerk soll dereinst mit einer Leistung von maximal fünf Megawatt aus Erdwärme im Granitgestein des Strom für rund 6000 Haushalte produzieren.

Das Pilotprojekt wurde 2018 vom Bundesgericht letztinstanzlich bewilligt, wie die Geo-Energie Suisse AG (GES) gleichentags mitteilte. Die Arbeiten sollen mit einer ersten Explorationsbohrung in großer Tiefe beginnen, um detaillierte Grundlageninformationen über die Beschaffenheit des Untergrunds zu erhalten. Die geplante Bohrung stelle die erste vertiefte Untersuchung im gesamten Jurabogen dar und werde neue, wertvolle Erkenntnisse über den Untergrund der Region liefern. Die Bohrung soll vier bis fünf Kilometer in den kristallinen Untergrund vordringen, um genügend Wärme für die Stromproduktion gewinnen zu können.

Rückschläge in der Vergangenheit

Das geplante Tiefengeothermieprojekt stand bisher unter keinem guten Stern. Unzählige Einsprüche und Gerichtsverfahren verzögerten den Bohrungsstart um Jahre. Nun scheint sich das Blatt zu wenden, um im Kanton Jura Wärme aus dem Untergrund in 5 Kilometer Tiefe zu gewinnen. Auch Vorfälle wie in Basel oder St. Gallen, wo Geothermieprjekt aufgrund von Auftreten von Erdbeben eingestellt wurden ließen die Beteiligten zunächst mit Zurückhaltung verfahren.

Auf Basis der Bohrergebnisse wird eine Einschätzung vorgenommen, ob das Projekt mit einer zweiten Bohrung weiterverfolgt werden soll. Hierbei soll ein neues Verfahren zur Reservoirerschließung eingesetzt werden. Dieses setzt im Vergleich zum Geothermie-Projekt in Basel auf eine verbesserte Stimulationstechnik, auf ein Multistage-System. Anders als in Basel wird dabei nicht in einem Arbeitsgang ein einziges grosses Wärmereservoir stimuliert. Dieses Verfahren erzeugt schrittweise bis zu 30 kleinere Wärmereservoirs. So kann der Untergrund mit viel weniger starken Wasserinjektionen stimuliert und das Risiko für ein Beben minimiert werden.

Sicherheit höchste Priorität

Um negative Vorfälle wie in der Vergangenheit zu verhindern wollen die Verantwortlichen jetzt Schritt für Schritt vorgehen und das Risiko eines seismischen Ereignisses weitmöglichst auszuschließen. Zuerst soll eine reine Explorationsbohrung abgeteuft werden, um den Untergrund zu erkunden und auszumessen. Geplant ist nur eine kleine Teststimulierung mit geringem Wasserdruck, um zu prüfen, wie der Untergrund reagiert.

Das Projekt sei von einer Expertengruppe detailliert geprüft worden. Sie bescheinige dem Projekt eine qualitativ hochstehende Projektplanung und ein systematisches Risikomanagement. Die einzelnen Projektschritte seien detailliert geplant und die Sicherheit habe oberste Priorität. (vh)

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