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Finanzierungsmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeitsfaktoren für Geothermieprojekte

4. April 2019

ICG Invest Geothermal etabliert sich als internationales Forum der Finanz- und Investmentbranche.

Tiefe Geothermie ist eng mit der Strom- und Wärmeerzeugung verknüpft. Doch darüber hinaus ergeben sich weitere Nutzungsmöglichkeiten (Side effects), um ein Geothermieprojekt wirtschaftlicher zu gestalten. Zum einen die Nutzung des thermalen Wassers und seiner Inhaltsstoffe für Wellness, zum anderen aber auch zur Rohstoffgewinnung. Auch die Weiterentwicklung der bestehenden Technologie eröffnet verschiedene Möglichkeiten, dies aber auch die Sicht der Investoren auf die Tiefe Geothermie war Thema der IGC Invest Geothermal, die am 28. März 2019 zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Finanz- und Geothermieindustrie zur nach Frankfurt lockte. Hier wurden die neusten Trends in Sachen Finanzierung von Geothermieprojekten dargestellt und diskutiert. Aber auch das Networking kam nicht zu kurz bei der von IGC.events organisierten Veranstaltung.

Vier Sessions thematisierten ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung und Projektierung geothermaler Projekte. Investoren, Banken, Projektentwickler, Anbieter von Technologie, Beratungsfirmen und weitere Marktakteure diskutierten Herausforderungen und Herangehensweisen.

Risiken erkennen und minimieren
Der frühen Phase von Investitionen in Geothermieprojekte widmete sich die erste Session. In diesem kritischen Zeitraum bestehen besonders hohe Risiken, gleichzeitig sind die benötigten Investitionen hoch. Beispiele der Projektentwicklung in Indonesien und in der Türkei gaben Ali Mundakir (Pertamina Geothermal Energy, PGE) und Ural Halaçoğlu (Zorlu Energij). Wie Investmentfonds den Markt angehen und im Geothermiesektor investieren, präsentierten Radu Gruescu (Copenhagen Infrastructure Partners) und Gregor Gruber (IKAV/ecoprime Group).

Finanzierung fördern und pflegen
Die zweite Session beschäftigte sich mit unterschiedlichen Programmen und Strukturen der Finanzierung von Geothermieprojekten. Repräsentanten von Entwicklungsbanken sowie von Projektentwicklern skizzierten ihre Ansätze zur Minimierung von Risiken und der Förderung einer zielstrebigen Projektentwicklung. Arndt Wierheim (KFW Bankengruppe), Michelle Ramirez Bueno (Mexican Geothermal Financing Program), Christiaan Gischler (Inter-American Development Bank) und Stephen Morel (Overseas Private Investment Corporation, OPIC) ergänzten sich dabei hervorragend in ihren Darstellungen.

Innovative Ansätze für die Projektentwicklung
Verschiedene Ansätze für eine innovative Finanzierung und Projektentwicklung zeigte die dritte Session am Nachmittag auf. Antonie de Wilde (North Tech Energy B.V.), Robert Winsloe (Eavor Technologies Inc.) und Ryan Law (Geothermal Engineering Ltd.) führten unterschiedliche Möglichkeiten der Projektfinanzierung in den Niederlanden und Großbritannien aus. Wolfgang Brand von Orcan Energy stellte das Konzept kleinerer und damit kostengünstigerer Anlagentechnologien vor.

Geothermale Diversifizierung – jenseits der Stromproduktion
Unter dem Motto „Beyond Electricity“ thematisierte die finale Session Möglichkeiten, mit denen Geothermieanlagen zusätzlich zur Stromerzeugung weitere Einnahmen generieren können. Dr. Detlev Rettenmaier (European Institute for Energy Research EIFER) stellte vor, wie aus geothermalem Tiefengrundwasser Lithium extrahiert werden kann. Constant Maton (Storengy) beschrieb die Erfahrungen mit der geothermischen Wärmenutzung in Frankreich. Wie Wärme und auch Kohlendioxid aus Geothermieanlagen in Gewächshäusern nutzbringenden Einsatz finden, präsentierte Ivan Das (Rabobank). Neil Hellings stellte abschließend ein sehr interessantes Projekt aus Kenia vor, in dem der Blumenproduzent Oserian seine bestehenden Gewächshäuser erweitern und auch ein Industrie- und Erholgungsgebiet entwickeln will, versorgt mit geothermischer Wärme.

Engagierte Diskussion
Der Kongresstag schloss mit einer engagierten Diskussion auf fachlich hohem Niveau, welche die Schlüsselelemente des Tages aufgriff. „Das war die interaktivste Diskussion mit dem Publikum, die ich jemals auf einer Konferenz erlebt habe“ resümiert Alexander Richter vom Co-Veranstalter ThinkGeoEnergy. Und auch Dr. Jochen Schneider von Enerchange ist sehr zufrieden: „Die zweite Auflage der IGC Invest hat gezeigt, dass ein großes Interesse an der Thematik vorhanden ist. Das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war überwältigend. Im März 2020 werden wir uns in Frankfurt wieder treffen.“

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.enerchange.de. (kj)

Quelle: 

Enerchange

Beteiligte Firmen: 

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Thema im Fokus

3 | 2019
Die Geothermie gehört zu den erneuerbaren Technologien, die klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) vermeiden und einsparen. Als regenerative Energie ist sie ein wichtiger Teil der global erforderlichen Maßnahmen, um den Klimawandel zu begrenzen. Vor allem die Anlagen in Mitteleuropa sind hier vorbildlich, sie führen das geförderte Tiefengrundwasser nach der Entwärmung wieder zurück ins unterirdische Reservoir. Die mitgeförderten Gase – meist CO2 –werden zusammen mit dem Tiefengrundwasser wieder reinjiziert. In Bayern gibt es in Traunreut eine Anlage, die als Forschungsprojekt sogar zusätzliches CO2 in den Untergrund bringt. Weitere CO2-Vermeidungs-Projekte sind weltweit in der Entwicklung. In dieser Ausgabe von „Thema im Fokus“ wollen wir Ihnen einige davon präsentieren. ... mehr

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