Förderbescheid über 7,5 Millionen Euro für Erkundungsbohrung der Stadtwerke Duisburg

08.01.2026 | Projekte
Die Übergabe des Förderbescheids an die Stadtwerke Duisburg

Für die Wärmeversorgung der Zukunft setzt Nordrhein-Westfalen auf Erdwärme. Um die großen Potenziale für Geothermie systematisch zu erschließen, geht das Land in Duisburg nun den nächsten Schritt. Mit rund 7,5 Millionen Euro unterstützt das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium eine Erkundungsbohrung der Stadtwerke Duisburg. 

Die Stadtwerke Duisburg wollen für ihre Wärmeerzeugung künftig die Tiefengeothermie nutzen. Für eine kilometertiefe Erkundungsbohrung bekam der Konzern jetzt einen millionenschweren Förderbescheid der Landesregierung. In einigen Jahren wollen die Stadtwerke so konstant warme und klimaneutrale Energie aus der Erde nutzen, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen und schwankenden Weltmarktpreisen zu werden.

Die Erkundungsbohrung direkt auf dem Stadtwerke-Gelände soll im ersten Halbjahr 2028 beginnen, berichtet der WDR. Sie soll vor allem genauere Informationen bringen, wie die Gesteinsschichten und Wasservorräte in bis zu 4000 Meter Tiefe konkret aussehen. "Es ist auch ein Risiko, wir wissen nicht genau, was wir dort finden, aber die Erwartungen sind klar", sagt Andreas Gutschek, Infrastruktur-Vorstand der Stadtwerke. Nach bisherigen Erkenntnissen des Geologischen Dienstes NRW sollten in der Tiefe größere Reservoires von bis zu 130 Grad heißem Wasser zu finden sein.

Nach einer erfolgreichen Bohrung soll das entdeckte heiße Wasser an die Erdoberfläche gepumpt, die Wärme ins Netz eingespeist und das Wasser dann wieder zurück in die Erde geleitet werden, um sich wieder aufzuheizen. "Durch diesen Wasserkreislauf können wir konstant und kostengünstig klimaneutrale Energie gewinnen", erklärt Thomas Oertel, der das Bohrprojekt koordiniert.

Bis es losgeht, stehen in den nächsten gut zwei Jahren noch Detailplanungen und Genehmigungen an. Rund vier Monate soll die Bohrung dann im Jahr 2028 dauern. Im Idealfall - nach zahlreichen Tests und Messungen - soll die Tiefengeothermie dann ab Anfang der 2030er Jahre für die Wärmeversorgung in Duisburg genutzt werden.

Die Stadtwerke wollen damit vor allem ihr Ziel erreichen, ihre Fernwärme bis 2035 vollständig klimaneutral aufzustellen. Die Bohrung und mögliche Förderung des heißen Erdwassers ist zunächst einmal kostspielig - allein in die Bohrung investieren Stadtwerke und das Land NRW 12,5 Millionen Euro.

Langfristig soll sich das Invest jedoch mehr als auszahlen. "Nach etwa zehn Jahren würden sich die Investitionen rechnen. Das ist die günstigste Möglichkeit, Wärmeenergie dauerhaft zu fördern", erklärt Thomas Oertel. "Damit könnten wir den Duisburgern zum einen verlässlich Energie liefern und zum anderen langfristig stabile Preise bieten", so Gutschek.

Die NRW-Landesregierung will mit den bisher ungenutzten Potenzialen aus der Erdwärme die Klimawende in NRW vorantreiben. So sind mit Landesförderungen aktuell Probe- und Erkundungsbohrungen unter anderem in Köln und Mönchengladbach geplant. Auch in Wuppertal, Münster und Bochum wurde schon nach Erdwärme gesucht.

"Über die Geothermie können wir Klimaschutz, Versorgungssicherheit und den Wirtschaftsstandort NRW stärken und uns unabhängiger vom Weltmarkt machen", betonte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) bei der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von knapp 7,5 Millionen Euro.

Quelle:

WDR / Wirtschafts- und Klimaministerium NRW