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Forschungsprojekt GeoTiefWien startet in die entscheidende Phase

1. Oktober 2018

Die 3D-seismischen Messungen im 2., 11. und 22. Wiener Bezirk starten Anfang Oktober. 50 Terabyte Daten sollen über den Wiener Untergrund gesammelt werden.

Auf die ersten Untersuchungen im Februar und März 2017 folgen nun detaillierte 3D-seismische Untersuchungen. Das Potential des Heißwasservorkommens im Wiener Untergrund wird, nachdem 26 Kilometer mit 2D-seismischen Messungen untersucht wurden, detaillierter erforscht. Die, aufgrund der durchgeführten 2D-Seismik gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Planung, Durchführung und Auswertung der nun beginnenden 3D-Seismik.

Zeigen die Ergebnisse der 3D-Seismik, dass ausreichend geothermisches Potential vorhanden ist, soll durch die Energiequelle im Idealfall die Wärmeversorgung für hundertausende Wiener Haushalte gedeckt werden.  

Ab Anfang Oktober sind sechs bis acht Wochen lang sogenannte Impulsfahrzeuge im Osten Wiens und einem kleinen Teil des angrenzenden Niederösterreich unterwegs. Die Impulsfahrzeuge werden Schwingungen – ähnlich Schallwellen – bis zu 6.000 Meter tief in den Untergrund schicken. Diese Schwingungen werden reflektiert und von Sensoren aufgezeichnet. Insgesamt wird eine Fläche von 175 Quadratkilometer abgedeckt.

Das gesamte Gelände wird vor Beginn der Messungen markiert und Sensoren, sogenannte Geophone oder Erdmikrophone ausgelegt. Wanderkonvois bestehend aus jeweils drei Impulsfahrzeugen, werden die gesamte Strecke abfahren und alle 20 Meter Messungen durchführen. Die Öffentlichkeit wird während der gesamten Messdauer informiert.

50 Terabyte Daten werden insgesamt gesammelt. Die Daten werden anschließend mit bereits bekannten Daten zusammengeführt und von Experten ausgewertet. Daraus wird ein dreidimensionales Bild des Untergrunds erstellt, das Aufschluss über die Lage und Größe von potentiell wasserführenden Gesteinsschichten geben soll. Aufgrund der hohen Komplexität der geophysikalischen und geologischen Analysen wird die Auswertung zwei Jahre in Anspruch nehmen und soll 2021 abgeschlossen sein.

Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung erläutert, dass aktuell vierzig Prozent des Energieverbrauch Wiens auf den Wärmesektor zurückzuführen ist. Um weiter CO2-Emissionen einzusparen muss hier angesetzt werden. Die Geothermie bietet ein enormes Potential um dieses Ziel zu erreichen. In welchem Ausmaß sie in Wien genutzt werden kann, soll mithilfe der 3D-seismischen Messungen herausgefunden werden.

Laut diversen Studien liegt das Potential der Tiefengeothermie in Österreich zwischen 450 und 700 Megawatt. Bis zu 60 Prozent davon soll im Untergrund Wiens liegen. Da es hier auch die entsprechende Anzahl von Abnehmern gibt, ist eine Förderung der Heißwasservorkommen aus großen Tiefen machbar. (ez)

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