200 Millionen Jahre alt ist das Wasser, auf das die Stadtwerke Prenzlau und die mit den Bohrungen beauftragte Daldrup & Söhne AG in der salzhaltigen Sandsteinformation in 983 Metern Tiefe gestoßen sind. 130 Kubikmeter des 44 Grad Celsius warmen Wassers sollen stündlich gefördert werden, was rund 36 Litern pro Sekunde entspricht.
Bis zum Jahr 2030 soll die Wärmeversorgung der Stadt Prenzlau komplett regenerativ sein. 60 Prozent der Fernwärmeversorgung sollen mithilfe der Erdwärme sichergestellt werden. Dafür erhielten die Stadtwerke Prenzlau auch Fördermittel des Bundes in Höhe von rund acht Millionen Euro.
Für die Stadt Prenzlau ist es nicht die erste Bohrung und auch nicht das erste Geothermie-Projekt. Bereits zu DDR-Zeiten gab es ein Erdwärme-Heizwerk. Wegen des Einsatzes von Materialien, die für den hohen Salzgehalt des Tiefenwassers ungeeignet waren, musste der damalige Betrieb eingestellt werden.
Zwei der drei alten Bohrungen im Prenzlauer Stadtgebiet wurden Anfang 2024 zurückgebaut und verschlossen. Die dritte Bohrung, die aus dem Jahr 1989 stammt, kann für das künftige geothermische System als Injektionsbohrung genutzt werden.
Die neue Bohrung, die jetzt fündig wurde, soll als Förderbohrung dienen. Das 44 Grad Celsius warmes Tiefenwasser bietet die Grundlage für den Betrieb von Großwärmepumpen. Sie heben die Temperatur des Wassers auf das Niveau des Fernwärmenetzes mit 80 Grad Celsius an.
Bundesverband Geothermie