GeoEnergie München-Ost beginnt im Frühjahr 2026 mit Bohrplatzbau

21.11.2025 | Projekte
Die GeoEnergie München-Ost ist das gemeinsame Kommunalunternehmen von Vaterstetten, Grasbrunn, Haar und Zorneding.

Der Zeitplan steht für die GeoEnergie München-Ost GmbH (Gemo): Die vier Gemeinden im Münchner Osten beginnen im Frühjahr 2026 mit dem Bau des Bohrplatzes für die geplante Geothermie-Anlage. Im Herbst soll dann die Bohranlage aufgebaut und mit den Tiefenbohrungen begonnen werden. 

Das Kommunalunternehmen der Gemeinden Vaterstetten, Grasbrunn, Haar und Zorneding hinkt im Zeitplan ein wenig hinterher, heißt es in einem Bericht des Münchner Merkur. Denn das europaweite Ausschreibungsverfahren dauerte länger als ursprünglich geplant. 

Statt den veranschlagten sechs Monaten brauchte man zehn Monate. Nach ersten Gesprächen und Verhandlungen mit Anbietern musste das Leistungsverzeichnis nochmals überarbeitet werden, erläuterte Gemo-Geschäftsführer Tobias Aschwer in der jüngsten Sitzung des Vaterstettener Gemeinderats. Ausgeschrieben wurde die weitere Planung der Gewerke Bohrplatzplanung, Thermalwasserkreislauf, Wärmeübergabestation und die Tiefenbohrung inklusive Förderpumpe.

Der Hauptbetriebsplan ist ein wichtiges, aber auch umfangreiches Konstrukt, wie Aschwer darstellte. Er regelt unter anderem Punkte wie die Einrichtung des Bohrplatzes, aber auch die Sicherheit der Oberfläche bei der Bohrung, Natur- und Gewässerschutz oder die technischen Einrichtungen zur Förderung des heißen Wassers. „Die Erstellung des Hauptbetriebsplanes ist zeitintensiv, nicht zuletzt auch aufgrund der zahlreichen Gutachten, die hierfür benötigt wurden“, erklärte Aschwer. 

Platz für vier Bohrkeller

So brauchte die Gemeinde beispielsweise ein Immissionsgutachten, das die Auswirkungen der Bohrungen in Vaterstetten auf das kbo-Klinikum in Haar prüfte. „Wenn man weiß, wo der Bohrplatz liegt und wo das Klinikum, weiß man auch, dass dazwischen die A99 liegt“, so Aschwer. Doch bei den Richtwerten zur Lärmimmission der Geothermiebohrung spiele eine sechsspurige Autobahn überraschenderweise laut Gesetz keine Rolle. 

Derzeit plant die Gemo mit einer sogenannten Dublette, also einer Förder- und einer Injektionsbohrung. Es sollen aber die Voraussetzungen für insgesamt vier Bohrkeller geschaffen werden. „Das hat keine großen Auswirkungen auf den Bohrplatz, hilft aber später den Ertrag der Geothermie-Anlage entsprechend der Abnehmernachfrage zu steuern.“ 2028 soll laut dem Gemo-Geschäftsführer die erste Wärme aus Geothermie ins örtliche Netz gehen. 

 

Quelle:

Münchner Merkur