Geothermie-Großprojekt in der Steiermark: Vorsichtige Hoffnung nach großem Paukenschlag

28.11.2025 | Internationale Projekte
Um die Fernwärmesparte der Energie Graz wird gerungen.

Gibt es neue Hoffnung für das geplatzte Geothermie-Großprojekt in der österreichischen Steiermark? Laut der Stadt Graz ist die OMV wieder zu Gesprächen bereit, ein „wichtiges Zeitfenster“ tue sich auf, um die Chancen des Projekts weiter auszuloten. Bei der OMV betont man, dass derzeit Alternativen geprüft werden. 

Es ist das entscheidende Projekt, um die Grazer Fernwärmeversorgung unabhängiger von Erdgas und damit nachhaltiger zu machen: Mit heißem Wasser aus der Tiefe sollen künftig zehntausende Grazer Wohnungen beheizt werden. Die Projektkosten werden auf 500 Millionen Euro geschätzt. Schon ab Dezember sollten Seismik-Trucks die Region erkunden, für 2030 war der Projektabschluss geplant.

Vor zwei Wochen dann der Paukenschlag: Die OMV als zentraler Partner legte das Vorhaben auf Eis. Der Grund: Die Stadt Graz sei nicht bereit, umfassende Haftungen zu übernehmen. Die Rede ist von bis zu 200 Millionen Euro, berichtet jetzt die „Kronen Zeitung“. Eine kommunalpolitische Schlammschlacht begann – mit der zentralen Frage, wann wer was gewusst hatte und wer die Verantwortung für das vorläufige Scheitern trägt.

Nach hektischen Tagen, in denen unter anderem die Stadt Graz ein 120 Millionen Euro schweres Übernahmeangebot der Energie Steiermark für die Fernwärmsparte der Energie Graz ausgeschlagen hat, wurde eine Nachdenkpause vereinbart. Nach der jüngsten Grazer Stadtregierungssitzung gibt es nun neue, zart-positive Signale, heißt es in dem Bericht. Die OMV habe signalisiert, die Gespräche fortzusetzen. „Damit entsteht ein wichtiges Zeitfenster, um in einem offenen und lösungsorientierten Austausch die Chancen des Projekts weiter auszuloten“, heißt es in einer Aussendung von Bürgermeisterin Elke Kahr. 

Ist das Projekt also noch zu retten? „Es ist auf allen Seiten Bewegung denkbar, auch bei uns“, heißt es auf Nachfrage im Grazer Rathaus. Auch bei der Energie Steiermark hält man den Ball flach: „Wir freuen uns, wenn konstruktive Gespräche fortgesetzt werden.“ 

Von der OMV heißt es auf Anfrage: „Bei der Geothermie in der Steiermark handelt es sich um ein wichtiges Projekt. Daher unterstützt OMV einen lösungsorientierten Prozess. OMV prüft derzeit mögliche Alternativen und weitere Schritte im Erkundungsgebiet und evaluiert, ob bereits begonnene Arbeiten fortgesetzt werden können.“

Quelle:

Kronen Zeitung

Schlagworte