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Geothermieanlage in Soultz-sous-Forêts produziert wieder Strom

27. September 2016

Die EnBW und die Electricité de Strasbourg (ES) haben das Geothermie-Kraftwerk im elsässischen Soultz-sous-Forêts eingeweiht. Die beiden Projektpartner haben gemeinsam 8 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Das Forschungsvorhaben, das seit 1987 an der Entwicklung der tiefen Geothermie im französischen Soultz-sous-Forêts, nördlich von Strasbourg, arbeitet, resultiert jetzt in einem kommerziellen Kraftwerk. Nachdem das erste Kraftwerk des Forschungsprojektes erneuert werden musste, haben die Partner im September 2015 beschlossen, ein kommerzielles Geothermie-Kkraftwerk zu errichten, das von Turboden gebaut wurde. Nach neun Monaten Bauzeit konnte die Anlage im Juli 2016 in den Probebetrieb gehen.

Der jetzt erzeugte Strom wird zu einer garantierten Vergütung von 22,19 Cent pro Kilowattstunde ins französische Netz eingespeist. Die Leistung des Kraftwerks beträgt 1,7 Megawatt. So können 12.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 2.400 Haushalten.

„Unsere Forschungsarbeit hier in Soultz zahlt sich jetzt aus. Geothermie kann einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten, weil wir mit ihr konstant, emissionsfrei und wirtschaftlich Energie gewinnen können“, erklärte Prof. Dr. Wolfram Münch, Leiter Forschung und Entwicklung der EnBW, bei der Einweihung. „Ziel ist nun, möglichst viel Strom aus geothermischen Quellen zu gewinnen und zu vermarkten. Gleichzeitig profitieren wir von der hier erworbenen Erfahrung, wenn wir weitere Anlagen für unsere Kunden errichten.“

Das Kraftwerk in Soultz-sous-Forêts nutzt natürliche Erdwärme-Reservoire in 5.000 Metern Tiefe, in denen eine Temperatur von 200 Grad Celsius herrscht. Zur Energiegewinnung wurde ein Kreislauf installiert: Über Injektionsbohrungen wird Wasser in die Tiefe gefördert, das nach Aufheizen durch das umgebende Gestein wieder an die Erdobefläche gefördert wird. Zusätzlich fließt auch natürliches Grundwasser dem zirkulierenden System zu. Über einen Wärmetauscher und eine Turbine wird anschließend obertägig Strom erzeugt, bevor das abgekühlte Wasser erneut in Untergrund gepumpt wird. (js)

Quelle: 

EnBW

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