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Geothermischer Wärmeboom in Oberösterreich

22. April 2016

Im Geothermie-Projekt Ried-Mehrnbach hat sich ein regelrechter Anschlussboom entwickelt. Nur mit einer dritten Bohrung kann die kontinuierlich steigende Nachfrage noch bedient werden.

Es ist eine Erfolgsgeschichte im oberösterreichischen Ried-Mehrnbach, die ihresgleichen sucht. Erst letztes Jahr wurde die Geothermieanlage offiziell eröffnet. Seit 2014 beliefert die Geothermie Ried-Mehrnbach bereits zahlreiche Gewerbebetriebe (wir berichteten). Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) heute im online-Portal nachrichten.at berichtet, sei die Nachfrage aber jetzt schon so groß, dass die Anlage zwingend um eine dritte Bohrung erweitert werden muss. Denn bereits Ende 2015 waren die gewerblichen und privaten Anschlusszahlen so hoch, dass die geothermische Wärmeleistung nicht mehr vollständig über die bestehende Anlage gedeckt werden konnte. Zwischendurch musste die Anlage mit Gas zusätzlich befeuert werden, um den Anforderungen an eine lückenlose Wärmeversorgung Stand zu halten. Bis zu 42 Millionen Kilowattstunden musste die Anlage, die sich noch im behördlichen Probebetrieb befindet, aufbringen. Aber selbst wenn sie nach Ende des Probebetriebs Volllast fahren würde, könnte selbst die gesteigerte Entnahmemenge die Wärmenachfrage nicht zufriedenstellend decken. Denn in der nächsten Heizperiode rechnet der Geschäftsführer der Energie-Ried, Helmut Binder, mit einer Wärmeleistung von 65 Millionen Kilowattstunden.

Noch im November dieses Jahres werde mit der dritten Bohrung begonnen, wie Binder der OÖN mitteilte. Das nötige Grundstück dafür sei bereits gesichert. Die Ausschreibung für die Bohrung erfolge in Kürze, obwohl bereits Angebote von Bohrfirmen vorlägen. Statt mit den bestehenden 87 Grad Celsius warmen Thermalwasser in der Förderbohrung, rechnet die Energie-Ried in der dritten Bohrung mit Temperaturen über 100 Grad Celsius. Bereits die Injektionsbohrung brachte seinerzeit in den Pumpversuchen 107 Grad Celsius hervor. Jedoch konnten diese aufgrund der hydraulischen Beeinflussung der benachbarten Therme in Bad Füssing nicht gefördert werden. Sollte die dritte Bohrung in einem ähnlich hohen Temperaturbereich liegen und auch noch ohne hydraulische Druckauswirkung auf Bad Füssing bleiben, ergäben sich für das Geothermieprojekt Ried-Mehrnbach völlig neue Möglichkeiten in der Nachwärmeversorgung. Damit könnten sich die 40 Millionen Euro geplante Investitionskosten schneller amortisieren als vielleicht angenommen. (sv)

Quelle: 

nachrichten.at

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