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Geothermisches Energiepotential soll in der Türkei besser genutzt werden

19. März 2019

In der Türkei sollen die Kapazitäten bis 2020 insgesamt 2.000 Megawatt (MW) erreichen und damit im Vergleich zu 2018 um fast 50 Prozent steigen.

Die Türkei ist bisher eine der größten Wachstumsmärkte in der Tiefengeothermie. Bestehende Kapazitäten sollen noch weiter ausgebaut werden. Mehrere türkische Firmen wollen ihr Geschäft weiter ausbauen, für deutsche Firmen ergeben sich daraus Kooperationsmöglichkeiten.

In der türkischen Energiepolitik wird der Ausbau erneuerbarer Energien verfolgt. Das Ziel ist die weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, sowie das chronische Handelsdefizit immer mehr einzudämmen. Eine steigende Bedeutung kommt dabei immer mehr der Strom- und Wärmeversorgung durch die Geothermie zu.

Kapazitäten durch Tiefengeothermie

Die Kraftwerkskapazitäten sollen daher bis 2020 um fast das doppelte ansteigen. Der Anteil der Stromproduktion durch Geothermie liegt mit derzeit 1.347 MW bei 2,4 Prozent. Allein der westliche Teil des Landes hat laut dem Türkischen Verband der Geothermie-Investoren (JESDER) ein geschätztes Potential von 3.000 MW. Betrachtet man die Beheizung von Wohnanlagen und gewerblichen Anlagen, soll dich das Potential sogar bis auf 30.000 MW belaufen.

Kosten und Amortisierung

Mit Investitionen von jährlich etwa einer Milliarde US-Dollar können zusätzliche Kapazitäten von 200 bis 250 MW aufgebaut werden. Laut JESDER ist mit einem Zeitaufwand von 60 bis 80 Tagen zu rechnen um eine 4.000 Meter tiefe Bohrung abzuteufen. Die Kosten einer solchen Bohrung werden auf drei bis vier Millionen US-Dollar geschätzt. Mit einer Amortisierung rechnet der Verband etwa fünf Jahre nach Installation.

In den westtürkischen Provinzen, wo es zahlreiche geothermische Quellen gibt, werden Sonderzonen errichtet, in denen Gewächshäuser mit dem Abwasser aus geothermischen Kraftwerken beheizt werden. Als Beispiel sei das Projekt im Gebiet von Sarayköy bei Denizli genannt, bei dem vorgesehen ist Gewächshäuser auf einer Fläche von 650.000 Quadratmetern aufzubauen. Nach Berechnungen von JESDER entspricht das nachgewiesene Potential einen Verbrauch von insgesamt neun Milliarden Kubikmeter Erdgas in einem Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar. Damit können durch den verstärkten Einsatz von Geothermie für Fernwärmenetze, hohe Devisenausgaben eingespart werden.

Wachstumsmarkt Türkei - Geplanter Kapazitätsausbau

Ende 2018 waren in der Türkei 53 Kraftwerke in Betrieb. Mit der 2018 installierten Kapazität steht die Türkei weltweit auf Platz vier. Die fünf größten Betreiber sind laut dem türkischen Wirtschaftsmagazin „Ekonomist“ Zorlu Enerji (260 MW), Gürmat Enerji (210 MW), Celikler Enerji (181 MW), Maren Maras Elektrik (149 MW) und Türkerler Enerji (78 MW).

Weitere 50 MW will das Unternehmen Zorlu Enerji bis 2020 zusätzlich zu seinen bisher fünf geothermischen Kraftwerken ausbauen. Maren Maras Elektrik mit acht Kraftwerken, plant bis Ende 2020 ebenfalls weitere 30 MW zu installieren. Ausgehend von aktuell 25 MW will das Unternehmen Enerjeo Kemaliye Enerji Üretim seine Kapazitäten auf rund 200 MW steigern.

Chancen und Möglichkeiten für Technologieanbieter

Im Rahmen des Fördermechanismus für Erneuerbare Energien (YEKDEM) subventioniert die türkische Regierung Investitionen in die Geothermie. Unter anderen Vorteilen erhalten Unternehmen steuerliche Begünstigungen und Stromabnahmegarantien für zehn Jahre. Das 2005 eingeführte System gilt vorerst bist 2020. Unternehmen die Projekte vorher anstoßen profitieren von diesen Vergünstigungen. Ob und in welchem Umfang das Förderprogramm danach noch weiterführt wird ist noch unklar.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unterzeichnete am Rande seines Türkeibesuchs zusammen mit dem der türkischen Verband JESDER und dem deutsche Bundesverband Geothermie e. V. Ende Oktober 2018 eine Absichtserklärung zur verstärkten Zusammenarbeit beider Länder. Zukunftsmodelle in den Bereichen Enhanced Geothermal Systems (EGS) und im Reservoir-Management sollen dabei unter anderem erörtert werden.

Präsident von JESDER auf der IGC Invest

Ali Kindap, der Präsident von JESDER und bei Zorlu Energy verantwortlich für die tiefe Geothermie wird im Rahmen der 2. IGC Invest Geothermal am 28. März 2019 in Franfurt einen Vortrag über die Entwicklung der Geothermie in der Türkei halten auch auch die Aktivitäten von Zorlu vorstellen. Der Vortrag ist in Session I  "Investing into Early Geothermal Development - the Equity Side" eingeplant. Weitere Informationen zum Programm und die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Webseite der IGC Invest. (ez)

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