Green Therma und GFZ Potsdam starten Geothermie-Demonstrationsprojekt für neue Wärme-Vakuumisolierung in Brandenburg

08.01.2026 | Forschung
Die Geothermie-Forschungsplattform des GFZ Potsdam in Groß Schönebeck

In der Brandenburger Schorfheide erforschen das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ Potsdam) und Green Therma ein neues Verfahren, um auf geothermische Wärmequellen zuzugreifen. Installiert wird erstmals ein Verfahren, in dem eine kontinuierliche Vakuumisolierung in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch zum Einsatz kommt. 

Das sogenannte DualVac-Vakuumrohr-Verfahren von Green Therma ist darauf ausgelegt, Wärme aus mehr als drei Kilometern Tiefe mit minimalen Wärmeverlusten zu transportieren, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Bewährt sich das Verfahren im Test, könnte sie die Effizienz von Tiefengeothermie-Anlagen deutlich steigern und erneuerbare Wärmequellen an Standorten erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten.

Vom Kernstück der neuen Anlage – der DualVac-Technologie – verspricht sich Green Therma deutliche Effizienzvorteile. Damit wäre ein entscheidender Schritt gemacht, um erneuerbare Wärmequellen an Standorten zu erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten.

Das Ziel des Versuchs in Brandenburg ist es, die Leistungsfähigkeit der Vakuumisolierung an der Geothermie-Forschungsplattform des GFZ Potsdam in Groß Schönebeck unter realen Bedingungen dem Praxistest zu unterziehen. Das Unternehmen bewertet das Projekt als essenziellen Schritt zur skalierbaren Nutzung tiefer geothermischer Wärme. Der Test ist auf eine Laufzeit von einem Jahr angelegt, in dem das System vermessen, überwacht und auf Stärken und Schwächen geprüft wird.

Das GFZ Potsdam bewertet das Projekt als gutes Beispiel, wie Forschungsinfrastrukturen die Energiewende in der Praxis vorantreiben können. Um geothermische Lösungen der nächsten Generation zu entwickeln, bedürfe es der engen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung, so Prof. Dr. Ingo Sass, Leiter der Sektion Geoenergie am GFZ Potsdam.

Für das GFZ Potsdam geht es dabei auch um die Weiterentwicklung des Forschungsstandortes. Dazu ist das Projekt in die europäische TRANSGEO-Initiative eingebunden, die Partner aus fünf europäischen Ländern zusammenbringt. Sie erforschen, wie bestehende Bohrungen für die Gewinnung und Speicherung geothermischer Wärme genutzt werden können. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die bestehenden Bohrlöchern eine neue Funktion zu geben. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen auch dazu dienen, neue Optionen für den Ausbau von Geothermie zu gewinnen.

Quelle:

GFZ Potsdam