Grünes Licht für geo2riehen

04.11.2020 | Jochen Schneider
Geothermiebohrung in Bayern

In Riehen ist der Weg frei für den Bau einer weiteren Geothermieanlage. Der Einwohnerrat hat am 24 September 2020 einen entsprechenden Antrag der Gemeinde genehmigt. Mit Ablauf der Referendumsfrist am 29.10.2020 ist dieser Beschluss nun rechtskräftig. Als nächster Schritt soll eine Seismik-Messkampagne ein deutlicheres Bild des Untergrunds aufzeigen.

Die Riehener Geothermieanlage liefert seit über 26 Jahren zuverlässig klimafreundliche Wärmeenergie für heute 8.500 Riehener Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Zukunft rechnet die Wärmeverbund Riehen AG (WVR) mit einer weiterhin hohen Nachfrage. Eine zweite Bohrung soll darum mehr natürlich vorhandenes Thermalwasser zur Wärmenutzung erschließen. Das Potential ist vorhanden: Eine Machbarkeitsstudie bescheinigt dem Vorhaben gute Aussichten auf Erfolg. Die Bohrung zur Förderung des Thermalwassers und der Bau der Anlage werden rund 20 Millionen Franken kosten. Im Jahr 2026 können dann weitere 4.000 Personen mit klimafreundlicher Energie aus Riehens Untergrund versorgt werden.

Gemeinde Riehen und IWB teilen sich die Kosten

Die Kosten teilen sich die beiden Aktionäre des WVR, das sind die Gemeinde Riehen und die Basler Energieversorgerin IWB. Das Bundesamt für Energie hat eine Förderung von 1,2 Millionen Franken zugesichert und weitere 5,1 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Die stärkere Beteiligung von IWB (der Anteil wurde kürzlich von 27 auf 50 Prozent aufgestockt) erleichtert zum einen die Finanzierung des Projekts. Zum andern kann die WVR den Betrieb der Anlagen und des wachsenden Versorgungsnetzes besser mit IWB koordinieren. Dies ist insbesondere mit Hinblick auf die im Kanton Basel-Stadt gesetzlich vorgegebene Dekarbonisierung der Wärmeversorgung von Vorteil: Die schritt- und teilweise Stilllegung der Gasversorgung wird damit optimal auf das Wachstum des Riehener Wärmenetzes abgestimmt.

Seismische Untersuchungen in 2021

Als nächste Schritte stehen im Sommer 2021 seismische Untersuchungen zum Erkunden des Untergrunds für «geo2riehen» an. Diese sind wichtig, um die Eignung eines späteren Bohrziels bestimmen zu können. Bestätigt sich die Machbarkeit des Projekts, könnte im Jahr 2023 mit der ersten von zwei Bohrungen begonnen werden. Die WVR arbeitet dabei mit Fachleuten zusammen, die über wertvolle Erfahrungen bei tiefengeologischen Erkundungen verfügen. So erachten die Projektverantwortlichen das Auftreten eines spürbaren Erdbebens als äusserst unwahrscheinlich. Bei den früheren Bohrungen in Riehen sind keine Zwischenfälle aufgetreten. Um ihrer Verantwortung gerecht zu werden, untersucht die WVR AG alle Projektrisiken sorgfältig, trifft entsprechende Massnahmen und geht im ganzen Projekt Schritt für Schritt vor, um neue Erkenntnisse immer wieder einzubauen.

Eine umfassende Information und der Einbezug der Riehener Bevölkerung ist der WVR, der Gemeinde Riehen und IWB sehr wichtig. Die WVR AG steht für Fragen zur Verfügung und wird weiterhin über jede Projektetappe vertieft informieren. Zudem wird sie unter der Moderation durch die unabhängige Stiftung Risiko-Dialog Anlässe für die Bevölkerung anbieten.

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