Hamburg feiert Richtfest für sein erstes Tiefengeothermie-Heizwerk

13.04.2026 | Projekte
Richtfest Heizwerk Wilhelmsburg

In sechs deutschen Bundesländern wird bislang Wärme aus heißem Tiefenwasser gewonnen. Als siebtes Bundesland steht Hamburg am Start: Auf der Baustelle für die erste Tiefengeothermie-Anlage der Hansestadt ist jetzt das Richtfest am Heizwerk gefeiert worden.

Die „Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg“ (IW³) ist ein wichtiges Hamburger Energiewende-Projekt, das im stark wachsenden Stadtteil Wilhelmsburg realisiert wird. Es gehört zu den „Reallaboren der Energiewende“ – ein Programm, mit dem die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung zukunftsweisender Energietechnologien unterstützt. Das Ziel des Reallabors ist es, zu zeigen, wie ein zukunftsfähiges Wärmeverbundsystem aus erneuerbarer Wärme funktionieren kann. IW³ besteht dabei aus drei Bausteinen: Der Geothermie, der Systemintegration und der Konzeption eines Wärmemarkts.

Für dieses Projekt hat sich ein Konsortium aus verschiedenen Partnern gebildet: Dazu gehören die Hamburger Energiewerke gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Hamburg Energie Geothermie GmbH (HEGeo), CONSULAQUA, die Hamburg Institut Research gGmbH (HIR), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Nach zehnjähriger Planungszeit haben im Januar 2022 die Bohrungen für das Geothermie-Projekt auf Hamburgs größter Elbinsel begonnen. Im August 2023 wurden die Fördertests erfolgreich abgeschlossen. Aus einer Tiefe von rund 1.300 Metern kann 48 Grad warmes Wasser gefördert werden. Mithilfe von großen Wärmepumpen soll die Wassertemperatur auf rund 80 Grad Celsius erhöht werden. 

Der Rohbau des Geothermie-Heizwerks wurde jetzt fertiggestellt. Auf rund 1.200 Quadratmetern Gebäudefläche findet die gesamte Anlagentechnik ihren Platz: Eine 8-Megawatt-Wärmepumpenanlage, Mittelspannungsverteilung, Trafos und Umwälzpumpen – ergänzt durch eine Werkstatt und eine Leitwarte für den späteren Betrieb. Vor dem Gebäude werden Pufferspeicher mit insgesamt 100 Kubikmetern Inhalt aufgestellt, die Lastspitzen abpuffern und die Einspeisung ins Fernwärmenetz stabilisieren. 

Parallel zu den Bauarbeiten wird derzeit die Wärmepumpenanlage angefertigt. Sie steht nach einer Mitteilung der Hamburger Energiewerke kurz vor dem Factory Acceptance Test – dem letzten Prüfschritt vor der Lieferung nach Wilhelmsburg. Auch die Nahwärmeleitung auf dem Grundstück liegt bereits in der Erde. Die kommerzielle Wärmelieferung soll noch im Verlauf des Jahres 2026 beginnen.

 

Quelle:

Hamburger Energiewerke