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Handelskammer Hamburg plädiert für geothermische Fernwärme

5. November 2019

Das Pilotprojekt „Integrierte Wärme Wende Wilhelmsburg“, kurz IW3, soll in der Hansestadt auf intelligente Weise unterschiedliche regenerative Energiequellen für Strom und Wärme verknüpfen. Die Handelskammer dringt darauf, dass die Stadt die für den geothermalen Anteil notwendigen Tiefenbohrungen fördert.

Schon jetzt sind im Energiebunker der Hamburger Energie im Stadtteil HH-Wilhelmsburg unterschiedliche regenerative Energieträger miteinander verknüpft: 2.000 Quadratmeter Solarkollektoren und -zellen an der Fassade und auf dem Dach erzeugen Wärme und Strom, ebenso ein Biogas-Blockheizkraftwerk (BHKW) im Inneren des Energiebunkers.

Ein Großpufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Litern Wasser speichert neben der Wärme von Solarthermie und BHKW auch noch die Abwärme eines benachbarten Industriegebietes und versorgt so 3.000 Haushalte mit klimafreundlicher Wärme.

Mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) soll das Projekt deutlich ausgeweitet werden. Bis zu 70.000 Menschen sollen dann klimaneutral mit Wärme und Strom versorgt werden. Ein wichtiges Standbein dafür ist die Tiefe Geothermie, zudem ein Aquiferspeicher, der über 20 Gigawattstunden Wärme speichern kann (wir berichteten).

Förderung für zwei Tiefenbohrungen
Zur Erschließung des geothermischen Potenzials sind indes zwei Tiefenbohrungen notwendig, die nicht von den Projektmitteln gedeckt sind. Hier fordert die Handelskammer Hamburg nun ein Engagement der Stadt. Es geht um rund 20 Millionen Euro.

„Hamburg Energie benötigt die finanzielle Rückendeckung durch die Stadt Hamburg bei dem Geothermieprojekt in Wilhelmsburg – der Senat sollte das Projekt verbindlich unterstützen“, sagte Matthias Ederhof, Mitglied im Ausschuss für Energie der Handelskammer Hamburg und Geschäftsführer von Energienetz Hamburg, der WELT. „Ohne Geothermie wird eine zukünftige Versorgung mit Fernwärme weitgehend oder sogar komplett auf der Basis erneuerbarer Energien und auf der Basis von Abwärme in Hamburg nicht funktionieren.“

„Mit der Arbeit in Wilhelmsburg könnten wir sofort starten“, so Thomas-Tim Sävecke, Bereichsleiter Produktion/Contracting bei Hamburg Energie in der WELT. „Da es nichts Neues mehr zu prüfen gibt, können wir nur noch mit einer realen Bohrung neue Erkenntnisse liefern.“ Dafür bräuchte es jedoch die finanzielle Unterstützung.

Fernwärmekonzept für die Gesamtstadt
Nach einem Volksentscheid 2013 konnte die Stadt Hamburg ihr Fernwärmenetz von Vattenfall zurückkaufen und will dieses auf dezentrale erneuerbare Wärmequellen umstellen. Noch sind in einigen Heizkraftwerken kohlebefeuerte Kessel in Betrieb. Neben der Energiegewinnung aus Müllverbrennung und der Nutzung industrieller Abwärme plant die Stadt auch gasbetriebene Heizkraftwerke.

„Es kann aber im Sinne der Energiewende keine langfristige Lösung sein, Kohle durch Erdgas zu ersetzen, also letztlich eine fossile Energie durch eine andere“, sagte Matthias Ederhof der WELT. „Die Handelskammer setzt sich dafür ein, dass der Senat das vorhandene Wärmekataster mit detaillierten Daten ergänzt, wo in Hamburg Geothermieprojekte möglich wären. Eine mögliche Quelle ist das vorhandene Bohrdatenportal.“

So könnten beispielsweise alte Anlagen und Strukturen der Öl- und Gaswirtschaft auf Hamburger Gebiet umgewidmet und für die Geothermie nutzbar gemacht werden. „Mit Geothermie könnte sich Hamburg ein komplett neues, zusätzliches Energiepotenzial erschließen“, so Jörg Dürre, Geschäftsführer des Unternehmens Biomotor und Vorsitzender des Energieausschusses in der Handelskammer. Notwendig wäre dies in der Stadt, die bislang noch zu 90 Prozent mit fossiler Wärme heizt, allemal. (kj)

Quelle: 

Die WELT

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