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In Altdorf wird bereits geothermische Wärme verkauft

15. Juli 2011

Die Fernwärme aus dem Geothermie-Projekt im niederbayerischen Altdorf wird bereits vor dem Abteufen der zweiten Bohrung vertrieben. Die Bürger können sich mit verschiedenen Konstellationen an dem Geothermie-Projekt beteiligen.

In dem bei Landshut gelegenen Altdorf wurde über die „BER sales GmbH“ mit der Vermarktung der geothermischen Wärme begonnen. "In unserer Marktgemeinde hat mit dem Start des Fernwärmevertriebs der Ausstieg aus der Verbrennung von Öl und Gas begonnen", so Bürgermeister Franz Kainz gegenüber der Vilsbiburger Zeitung, "in einigen Jahren werden wir in der Wärmeversorgung weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern und damit von Konzernen und Lieferungen aus dem Ausland sein."

Das Altdorfer Geothermie-Projekt bietet eine einmalige Möglichkeit. Die Bürger können sich nicht nur als Kunden, sondern auch als Kreditgeber beteiligen. Das Modell "Wärmevorkauf" sieht vor, das Fernwärmekunden die benötigte Heizwärme für fünf bis zehn Jahre im Voraus einkaufen und dadurch das Geothermie-Projekt mit zu finanzieren. Dabei bekommen die Kunden eine Rendite von drei bis fünf Prozent des vorgestreckten Kapitals in Form eines Rabattes auf den Arbeitspreis, je nach dem, welches Modell sie gewählt haben. "Im Altdorfer Geothermie-Projekt vereinen sich Ökologie und Ökonomie in hervorragender Weise. Unsere Bürgerinnen und Bürger können eine klimaschonende Energieversorgung mitfinanzieren, darauf eine angemessene Verzinsung erhalten und sich zudem langfristig eine günstige und preisstabile Wärmeversorgung sichern. Was in der großen Politik noch diskutiert wird, wird in Altdorf bereits zur Realität: Die Energiewende", so Bürgermeister Kainz.

Auch für Kunden ohne Wärmevorverkauf lohnt sich der Fernwärmeanschluss. Die Anschlusskosten sind auf 2.975 Euro brutto pauschalisiert, was deutlich unter den Kosten für eine neue herkömmliche Heizanlage liegt. Auch entfallen Kosten wie zum Beispiel die TÜV-Prüfung des Kessels, Öltankreinigung und -versicherung oder auch die Brennstoffbevorratung. Unter www.altdorf-geothermie.de sind weitere Informationen für interessierte Bürger zu finden.

Das Geothermie-Projekt Altdorf nutzt den Malmkarst als hydrothermalen Zielhorizont. Durch die „Landshut-Neuöttinger Hoch“ Anomalie liegt der Temperaturgradient bei über 12 Grad Celsius pro 100 Metern. Die im Dezember 2008 fertig gestellte erste Bohrung ist 611 Meter tief und liefert 65 Grad Celsius bei einer Förderrate von 88 bis 115 Litern pro Sekunde.  
Die zweite Bohrung ist in Vorbereitung. (va)

Quelle: www.idowa.de, www.altdorf-geothermie.de

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