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Infoveranstaltung zum geplanten Geothermiekraftwerk Graben-Neudorf

22. September 2020

120 Interessierte besuchten die öffentliche Veranstaltung der Deutschen Erdwärme (DEW) am vergangenen Freitag. Auf dem Podium stellten sich DEW-Geschäftsführer Herbert Pohl sowie verschieden Experten den Fragen der Bürger*innen zum geplanten Geothermiekraftwerk.

Transparenz hat sich die Deutsche Erdwärme (DEW) beim Geothermieprojekt Graben-Neudorf auf die Fahnen geschrieben. 120 Interessierte konnten am 18.9. unter Hygieneauflagen an der Infoveranstaltung in der Pestalozzi-Halle teilnehmen, für den 29.9. ist ein weiterer Termin angekündigt, wie die Badischen Neuesten Nachrichten vermeldeten.

Geplant ist in Graben-Neudorf ein Geothermiekraftwerk mit sechs Megawatt Leistung. Rund 10.000 Haushalte könnte es mit Strom versorgen. Auch eine Wärmeauskopplung ist geplant. Zwei Bohrungen sollen bis in 3.500 Meter Tiefe reichen, dort rechnet man mit heißem Wasser und Temperaturen von 160 Grad Celsius. Verläuft das Genehmigungsverfahren nach Plan, könnte man 2021 mit den Bohrungen beginnen.

Ausführliche Informationen – auch für kritische Besucher*innen

Neben DEW-Geschäftsführer Herbert Pohl standen der Experte für Natur-und Umweltschutz Karlheinz Bechler, Projektleiter Moritz Naumann, der Leiter der Geologie Ulrich Lotz, der Gutachter zur Seismizität Stefan Baisch und der Leiter der Bohrtechnik Sebastian Homuth auf dem Podium Rede und Antwort.

Rund die Hälfte der Besucher*innen kam aus Graben-Neudorf und wäre somit direkt betroffen. Auch aus den Nachbarorten kamen Interessierte, andere waren jedoch aus der Pfalz oder aus Südbaden angereist, um von ihren dortigen negativen Erfahrungen zu berichten. Sie konnten die durchweg sachliche und disziplinierte Diskussion jedoch nicht dominieren.

Standort Graben-Neudorf sehr gut geeignet

Die bisherigen Analysen hätten ergeben, dass der anvisierte Standort im östlichen Bereich von Graben-Neudorf bestens geeignet sei, berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten. Die DEW habe das Grundstück neben dem Umspannwerk am Schnittpunkt B35/36 und Kreisstraße 3531 bereits erworben. Die im Untergrund befindlichen Bruchzonen im Buntsandstein seien deutlich besser geeignet als harte Granitstrukturen, die an anderen Standorten schon zu Problemen geführt hätten.

Neben den geologischen Strukturen erklärten die Experten auf dem Podium das vorgesehene seismische Überwachungsnetz, das selbst kleinste Erschütterungen aufzeichnen soll. Auch die ökologischen Untersuchungen der Umgebung seien erfolgreich abgeschlossen. Nun ist der Hauptbetriebsplan beim Bergamt eingereicht; nach erfolgter Genehmigung könnten schon 2021 die Bohrarbeiten beginnen. Mit einem Betriebsstart rechnet man 2023.

Laut den Badischen Neuesten Nachrichten verlief die anschließende Frage- und Antwortrunde sachlich und diszipliniert. Die Anwohner*innen interessierten sich dabei vor allem für Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Bohrung, Haftung sowie eine mögliche finanzielle Haftungsbegrenzung. Den aus Landau, dem Ortenaukreis oder dem Rhein-Neckar-Kreis Angereisten war eher die Darstellung ihrer dortigen Probleme wichtig. Zu Wort meldete sich auch ein Vertreter des BUND, der das Vorhaben positiv bewertete, jedoch Nachbesserungen an verschiedenen Punkten forderte. (kj)

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