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Konflikt um Lärm von Bohrarbeiten und Kraftwerk in Oberhaching

22. April 2010

Wie der Münchner Merkur gestern berichtete, hat die Gemeinde Oberhaching eine Anzeige wegen des Bohrlärms im Rahmen des Geothermieprojekts in Laufzorn erhalten. Auch bei der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche wurde das Thema Lärm hitzig diskutiert.

Urheber der Anzeige gegen den Lärm der Bohrungen war der Oberhachinger Jan Lösch. Er hatte bereits bei der Bürger-Infoveranstaltung in der vergangenen Woche im Forstnersaal das Wort zum Thema Lärm ergriffen. Nach Angaben der Online-Ausgabe der Zeitung " Münchner Merkur" hat die Polizei inzwischen Genehmigungen eingesehen.

Das Thema der möglichen Lärmbelastung schlägt in Oberhaching hohe Wellen. So hat sich dort eine Interessengemeinschaft "Geothermie sicher und fair" gegründet. Im bayerischen Rundfunk betont Nikolas Motte von der Interessengemeinschaft: "Wir unterstützen Geothermie; das einzige, was wir sicherstellen wollen, ist, dass die Wohnqualität und die Qualität des Naherholungsgebietes erhalten bleibt. Deshalb fordern wir die Geothermieanlage als leises, sauberes Kraftwerk."

Wie bereits auf der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche, betonte Stefan Rothörl, Geschäftsführer der Erdwärme Grünwald (EWG), auch gegenüber merkur-online, dass man alles tun werde, um die Lärmimmission so niedrig wie möglich zu halten. Man werde sich selbstverständlich nach den Auflagen richten, die die Gemeinde Oberhaching im Rahmen des Bauleitverfahrens erteile. Unter Umständen könne man ein Schutzgehäuse für den Lärmverursacher bauen.

Bürgerversammlung im Forstnersaal

Am Mittwoch, den 14. April hatte die Gemeinde Oberhaching zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen, um die Öffentlichkeit über das Geothermieprojekt zu informieren. Über 300 Interessierte waren der Einladung gefolgt.

Zu Anfang der Bürgerversammlung hatte Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle betont, dass von dem geplanten Kraftwerk in Oberhaching Laufzorn keine Belastung für Bürger und Gemeinde Oberhaching ausgehen sollte. Die Erläuterung der Rahmenbedingungen übernahm Stefan Rothörl. Zusammen mit dem Fachplaner und dem Lärmschutzgutachter hatte Rothörl die geplanten baulichen Maßnahmen vorgestellt, auch was zur Lärmdämmung geplant sei. Insgesamt sollen die Lärmimmissionen deutlich unter den Grenzwerten des Bundesimmissionschutzgesetzes liegen. Man gehe von einer Lärmbelastung von 37 dB(A)
am Tag und 29 dB(A) in der Nacht aus. 
Die Stromerzeugung diene vor allem der Wärmenutzung im Sommer, wenn es keine Abnehmer für die Wärme gäbe. 

In der anschließenden hitzigen Diskussion wurden vor allem Bedenken wegen der der Lärmentwicklung des Kraftwerkes geäußert. Kritsiert wurde zudem, dass der Standort auf der Gemarkung Oberhaching in einem Landschaftsschutzgebiet liege, obwohl doch die Nachbargemeinde Grünwald der Betreiber des Kraftwerkes sei (die EWG ist eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde Grünwald) und, dass bisher nicht von einem Kraftwerk, sondern immer nur von einem Heizwerk mit Redundanz die Rede gewesen war.


Der Fachplaner Christian Scholz von der Firma IGATEC ging im Anschluss auf die Fragen zum Kraftwerk und der am Vergleichsstandort Landau gemessenen Lärmimmissionen von 70 dB(A) ein. Dabei wies er darauf hin, dass die oberirdische Förderpumpenanlage dort den meisten Lärm produziere. Diese sei ebensowenig wie das Kraftwerk in einem Lärm schützenden Gebäude untergebracht, da die behördlichen Auflagen dies bisher nicht forderten. Die in der Diskussion als bedenklich angeführten Rauchschwaden in Landau, waren laut Scholz auf den Stillstand und den Dampf von austretendem Thermalwasser zurückzuführen.

Der Grund für die Wahl des Standortes auf der Gemarkung in Oberhaching begründete Bürgermeister Schelle mit der geologisch besten Untergrundstruktur, die entsprechende Wasserhöffigkeit erwarten lässt. Die Standortwahl gehe auf die Zeit zurück, bevor das Projekt in Besitz der EWG überging und stehe somit nicht in Verbindung mit einer für Grünwald günstigen Wahl. Schelle betonte, man habe zu dieser vorgezogenen Bürgerversammlung eingeladen, weil man die Bedenken der Bevölkerung ernst nehme und Gelegenheit zur Aussprache geben will. Hierbei mit der Nachbargemeinde an einem Tisch zu sitzen, sei sehr viel besser als mit einem  Energieversorger, so Schelle. "Der würde sicher weniger auf die Bedenken der Bevölkerung eingehen und versuchen, die Grenzwerte gerade so einzuhalten." (ag)

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