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Kraftwerk in Landau wegen Bodenhebungen abgeschaltet

19. März 2014

Seit Anfang des Monats sind im Bereich des Geothermiekraftwerks Landau Bodenrisse sichtbar. Vergangenen Freitag hat der Betreiber, die geox GmbH, das Kraftwerk vorsorglich vom Netz genommen.

Nach Mitteilung der Stadt Landau konnten schon seit einigen Monaten Bodenhebungen messtechnisch festgestellt werden. Das Landesamt für Geologie und Bergbau stellt in einer Mitteilung vom gestrigen Dienstag fest, dass die maximalen Hebungen auf Grundlage von Messergebnisse im Nahbereich des Betriebsgeländes des Geothermiekraftwerkes liegen. In den befestigten Flächen sind Risse und Hebungen von mehreren Zentimetern in Nord-Süd-Richtung, also nahezu parallel zum Grabenverlauf, über mehrere 100 Meter nachverfolgbar. Die Ursache ist jedoch unklar – diskutiert werden „natürliche“ geologische Prozesse im Untergrund, die Erfdölförderaktivitäten im Raum Landau, Bodenarbeiten im Rahmen der Landesgartenschau oder die geothermische Nutzung. Diese, oberflächenahe Einflüsse, hat die Stadtverwaltung gegenüber dem Online-Portal morgenweb jedoch ausgeschlossen.

Curd Bems, der Geschäftsführer des Betreibers geox erklärte gestern gegenüber dem Informationsportal Tiefe Geothermie zum Herunterfahren der Anlage am vergangenen Freitag: „Wir haben die Anlage heruntergefahren, um die Entwicklungen weiter zu beobachten. Denn hätte die Dynamik weiter angehalten, wäre unter Umständen die Technik beschädigt worden. Das haben wir damit vermieden und warten jetzt ab, ob der Trend tatsächlich Richtung "Ereignisende" geht.“ Nach seinen Angaben ist das Maximum der Hebung bereits erreicht: „Wir hatten bereits letzte Woche Mittwoch den Eindruck, dass sich der Trend verlangsamt.“

Bems geht davon aus, dass die Anlage in ein paar Tagen wieder hochgefahren werden kann. In der Wirtschaftlichkeitsberechnung geht geox von einer Verfügbarkeit von mindestens 90 Prozent im Jahresmittel aus. Diese sei laut Bems nicht gefährdet. „Wir nutzen die jetzige Stillstandzeit für unsere jährlichen Revisionsarbeiten.“ Geplant sind außerdem auch verschiedene Tests – unter anderem zur Dichtheit der Bohrungen sowie zur Sicherheit der Gebäude und technischen Einrichtungen. Dies werde nur gemacht, um alle Eventualitäten auszuschließen. Veränderungen im Betrieb hat es nach Angaben von geox nicht gegeben.

Wie das Landesamtes für Geologie und Bergbau mitteilte, werden parallel dazu mit Fachleuten verschiedener Disziplinen und Institutionen alle denkbaren geologisch begründeten Sachverhalte im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung geprüft. Diese Ursachenermittlung erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Landau und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt, die als Gewerbeaufsichtsbehörde für das Kraftwerk mit dem Sekundärkreislauf zuständig ist.

Gegenüber dem Online-Portal des Mannheimer Morgens, morgenweb, äußerte sich Dr. Friedrich Häfner, Leitender Geologiedirektor beim Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz am 20. März: "Physikalische Berechnungen haben ergeben, dass die Ursache der Geländeveränderungen in einem Tiefenbereich von bis zu rund 500 Metern liegen kann." Das Geothermiekraftwerk in Landau fördert und injeziert Tiefengrundwasser in rund 3.000 Meter Tiefe.

Weiter heißt es im morgenweb, dass die Schienen südlich des Geothermiekraftwerkes durch die Hebungen in Mitleidenschaft gezogen wurden, so dass die Züge dort mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. (js)

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