„Der große Wert einer unabhängigen, heimischen Wärmeversorgung wird gerade besonders deutlich“, sagt der Veranstalter des Praxisforums Geothermie Bayern, Dr. Jochen Schneider, angesichts der kritischen Lage. „Aber alle Probleme, die wir gerade bei der Erdgasversorgung sehen, lassen sich mit dem Einsatz der Tiefengeothermie für immer aus der Welt schaffen.“ Denn Tiefengeothermie nutzt die unerschöpfliche Energie der Erde. Sie benötigt keinen Brennstoff, der in riesigen Mengen aus dem Ausland beschafft und anschließend eingelagert werden muss. Die Wärme aus Tiefengeothermie steht außerdem rund um die Uhr und völlig unabhängig von Tages- oder Jahreszeit konstant zur Verfügung.
Zahlreiche Kommunen in Bayern haben die vielen Vorteile der Tiefengeothermie längst erkannt und setzen bereits auf diese zukunftsgerichtete Technologie. Insgesamt 23 Anlagen in Bayern liefern derzeit Wärme aus Tiefengeothermie. Der Schwerpunkte liegen dabei in Stadt und Landkreis München mit allein 17 Anlagen. Weitere Tiefengeothermie-Standorte mit Wärmeproduktion gibt es in den Landkreisen Altötting, Ebersberg, Erding, Miesbach, Mühldorf, Traunstein und Rottal-Inn. Erzeugt haben die bayerischen Tiefengeothermie-Anlagen im Jahr 2024 nach Erhebungen des Praxisforum Geothermie Bayern die enorme Wärmeleistung von 3,4 Terawattstunden – ein neuer Rekord.
Versorgt werden mit dieser Energie aktuell 18 Wärmenetze in Bayern – Tendenz stark steigend. Denn im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung wird in vielen bayerischen Städten und Gemeinden an neuen Wärmenetzen gearbeitet. Und damit diese Netze künftig mit möglichst viel klimaneutraler Wärme versorgt werden können, wird aktuell an acht weiteren Tiefengeothermie-Anlagen in Bayern gebaut und mehr als ein Dutzend weiterer Anlagen befinden sich in Planung.
Gerade in Bayern, aber auch in vielen weiteren Teilen Deutschlands sind die geologischen Bedingungen für die Nutzung der Tiefengeothermie für eine erfolgreiche Wärmewende sehr gut, erklärt Dr. Jochen Schneider. Hinzu kommt, dass auch die technische Weiterentwicklung der Erdwärme-Nutzung weiter voranschreitet. So können künftig auch Gebiete in Deutschland, die über kein heißes Wasser im Untergrund zur Wärmegewinnung verfügen, dank moderner Methoden in den Genuss der brennstofffreien Energieversorgung aus Tiefengeothermie kommen.
Auch die gesetzlichen und fördertechnischen Rahmenbedingungen verbesserten sich in den vergangenen Jahren deutlich. Damit kann das große Potenzial der Tiefengeothermie in Deutschland in den kommenden Jahren wesentlich besser ausgeschöpft werden. Das Geothermie-Beschleunigungsgesetz, das neue Förderprogramm Geothermie, mit dem Geothermie-Betreiber über ein KfW-Finanzierungsinstrument mit integrierter Fündigkeitsversicherung die Risiken bei Geothermie-Bohrungen umfassender absichern können, und dazu die Explorationsinitiative Geothermie dürften vielen neuen Projekten den Weg ebnen.
„Investitionen in die Tiefengeothermie sind Investitionen in regionale Versorgungssicherheit und zugleich in eine preisstabile Wärmeversorgung“, sagt Dr. Jochen Schneider. „Dazu werden wir in der kommenden Woche unsere aktuelle Wärmestudie für geothermisch beheizte Fernwärmenetze vorstellen.“ Die Marktanalyse für das vergangene Jahr gibt es unter www.praxisforum-geothermie.bayern/presse oder unter dem Kurzlink https://h7.cl/1ohA0.
Praxisforum Geothermie Bayern