Künstliche Intelligenz entdeckt "blinde" Geothermie-Quelle in den USA

18.12.2025 | Erkundung & Analyse
Zanskar

Das US-amerikanische Start-up Zanskar hat ein System entwickelt, um Geothermie-Quellen mithilfe von Künstlicher Intelligenz aufzuspüren. Jetzt gab das Unternehmen die Entdeckung von Big Blind“ bekannt – ein sogenanntes „blindes" Geothermie-System, für das es keine sichtbaren Anzeichen wie heiße Quellen oder Geysire gibt. Es soll die erste Entdeckung ihrer Art seit über drei Jahrzehnten sein. 

Das Gelände von „Big Blind“ befindet sich im Westen des US-Bundesstaates Nevadas. Es gibt dort keine sichtbaren Erscheinungen an der Oberfläche, die direkt auf eine Erdwärme-Quelle hinweisen, und es gab dort auch noch keine geothermischen Erkundungen oder Bohrungen. Mit Künstlicher Intelligenz und weiteren modernen Berechnungsmethoden entdeckte Zanskar eine geothermische Anomalie, die darauf hindeutete, dass der Standort einen außergewöhnlich hohen Wärmefluss aufweist. 

Die KI-Modelle des Unternehmens wurden zunächst auf bekannte Hotspots und eigens erstellte Simulationen trainiert. Anschließend speiste das Team geologische Daten, Satellitendaten und Informationen über Verwerfungslinien in die Modelle ein. Sie können dann vorhersagen, wo sich potenzielle Hotspots befinden könnten. Laut Zanskar-Mitbegründer Carl Hoiland liegt die Stärke der KI darin, die immense Komplexität dieser Informationen zu bewältigen und komplizierte Phänomene im Inneren der Erde zu erlernen, die für Menschen nur schwer verständlich sind, heißt es in einem Bericht des Internetportals basicthinking.de.

Sobald die Modelle einen potenziellen Hotspot identifiziert haben, begibt sich ein Team zu dem ermittelten Gebiet, um zusätzliche Informationen zu sammeln. Unter anderem gibt es Probebohrungen, um erhöhte Untergrundtemperaturen zu ermitteln. Im Fall von „Big Blind“ lieferten diese zusätzlichen Informationen dem Unternehmen eine gute Ausgangslage, um eine Bundeskonzession zu erwerben. Diese ist nötig, um auf dem Gelände ein Geothermiekraftwerk errichten zu können. 

Nachdem diese Konzession gesichert war, kehrte das Team mit großen Geräten zurück und bohrte im Juli und August in die Tiefe. Fündig wurde Zanskar einer Tiefe von etwa 820 Metern. Das erwartete heiße und durchlässige Gestein erreicht eine Temperatur von 121 Grad Celsius. Nach der Entdeckung von "Big Blind" betonte Zanskar-Mitbegründer Hoiland, dass das Potenzial der Geothermie noch lange nicht ausgeschöpft ist. Er sei überzeugt davon, dass es viele weitere verborgene Quellen im Westen der USA gibt, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Vor "Big Blind" hatte Zanskar hat seine Technologie bereits erfolgreich bei zwei anderen Explorationsprojekten eingesetzt – unter anderem für die Wiederbelebung eines Geothermie-Kraftwerks in New Mexico. Außerdem gelang eine Entdeckung an einem zuvor zwar erkundeten, aber noch nicht entwickelten Standort. "Die Wiederholbarkeit, die unser Team gezeigt hat, rmöglicht es uns, neue Standorte im Westen der USA schnell zu identifizieren und letztendlich Energie im Gigawatt-Bereich zu erschließen", so Hoiland.

Quelle:

Zanskar / www.basicthinking.de