Die Online-Anwendung bündelt geowissenschaftliche Daten und bereitet sie übersichtlich für jedes Gemeindegebiet auf. Gemeinden können in den Steckbriefen etwa ablesen, welche geologischen Einheiten im Untergrund vorzufinden sind, welche Seismik-Messungen und Tiefbohrungen bereits durchgeführt wurden und welche Bergbaugenehmigungen aktuell bestehen. Für die Kommunen entfällt somit die bislang aufwendige Recherche in verschiedenen Datenquellen. Durch das Informationsangebot können kommunale Entscheidungsträger und -innen auf einen Blick die Datengrundlage erfassen, um zu bewerten, ob weiterführende Untersuchungen wie Machbarkeitsstudien sinnvoll sind. Die Steckbriefe basieren auf den geowissenschaftlichen Datenbeständen des LBEG und der Zugriff erfolgt kostenfrei über den NIBIS®-Kartenserver.
Entstehung der Steckbriefe
Hintergrund des Informationsangebot ist, dass zahlreiche Initiativen zur Nutzung der Tiefengeothermie in Niedersachsen von kommunaler Ebene ausgehen. Zugleich verpflichtet das Wärmeplanungsgesetz gemeinsam mit dem Niedersächsischen Klimagesetz Gemeinden dazu, kommunale Wärmepläne zu erarbeiten und die kommunale Wärmeplanung voranzutreiben. Die neue LBEG-Anwendung erleichtert dies durch den niedrigschwelligen Zugang zu entscheidungsrelevanten geologischen Informationen. Die Weiterentwicklung der Steckbriefe ist bereits geplant. Zukünftig sollen die Gemeindesteckbriefe um erste Bewertungen der Reservoirqualität ergänzt werden.
Hintergrundinformationen zum LBEG
Als Niedersächsischer Geothermiedienst (NGD) berät das LBEG fachlich neutral und wirtschaftlich unabhängig zu oberflächennaher und tiefer Geothermie und schafft die geowissenschaftlichen Grundlagen für deren Nutzung. Zudem unterstreicht das LBEG die Bedeutung der Geothermie als regenerativen Energieträger durch regelmäßige Fachveranstaltungen, etwa die 17. Norddeutsche Geothermietagung am 20. und 21. Mai 2026 im Geozentrum Hannover.