Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern befürwortet Geothermie statt CSS

01.10.2010 | Politik, Marktentwicklung | Enerchange
Informationsportal Tiefe Geothermie

Die SPD- und die CDU-Fraktion im mecklenburgischen Landtag wollen mit einem gemeinsamen Antrag zur nächsten Parlamentssitzung gegen die Pläne der Bundesregierung zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid mobil machen. Die Bundesregierung hatte zuvor in ihrem Energiekonzept angekündigt, Technologien zur Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Demonstrationsvorhaben erproben zu wollen.

In der Schweriner Volkszeitung beklagte Norbert Nieszery, SPD-Frakitonsvorsitzender, dass CO2-Verklappung nur die Agonie unheilbringer Kraftwerke verlängere und die Nutzung moderner, alternativer Energien, wie die Geothermie verhindert werde. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern (MV) gäbe es viele Areale, die für Lagerung von Kohlendioxid in Frage kämen, so Nieszery.

Mehre Anträge von großen Energieversorgern zur Erkundung von solchen Flächen sind vom zuständigen Bergamt in Stralsund zurückgewiesen worden. Nach Angaben des Amtsleiters Martin Froben seien Zurückweisungen aufgrund der noch nicht geklärten Rechtslage erfolgt. Aktuell lägen aber keine weiteren Anträge zur Erkundung vor.

Die rot-schwarze Landesregierung will mit ihrem Antrag nun versuchen, die Pläne der Bundesregierung zumindest in MV auf Umwegen zu stoppen - nämlich mit der Schaffung einer unterirdischen Raumordnung für den Nordosten, die bislang noch nicht existiert. Ziel ist es laut Antrag "unterirdische Nutzungskonflikte zu vermeiden oder zu vermindern, um eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale und ökologische Raumentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern sicherzustellen." Damit soll sicher gestellt werden, dass CCS die Nutzung von Geothermie beispielsweise nicht unmöglich gemacht oder an den Rand gedrängt wird.

Laut Nieszery denkt die SPD in MV daran, das Thema Geothermie auf ihre Agenda zu setzen. Es handele sich um eine hervorragende Ergänzung der Wärmeversorgung für kleinere und mittlere Städte. Die hohen Investitionskosten, die durch die Bohrungen entstünden, müssten natürlich aufgefangen werden. Daran arbeite man mit der KfW, der Förderbank von Bund und Ländern.

Quelle: Schweriner Volkszeitung