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Leitstudie 2008 offenbart Blick in die Energiezukunft

28. November 2008

Mit einer rasanten Abnahme der Stromgestehungskosten bis 2020 bei einem Geothermiekraftwerk rechnet Dr.-Ing. Joachim Nitsch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für Technische Thermodynamik, Systemanalyse & Technikbewertung in der jüngst erschienen Leitstudie 2008 für Erneuerbare Energien, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurde.

Bei der Geothermie wird in der Studie von einem erfolgreichen Einstieg zunächst auf der Basis hydrothermaler Anlagen, später mittels HFR-Anlagen ausgegangen, der bis 2015 zu einer installierten Leistung von 100 MW und bis 2020 von 280 MW führt. Damit werden 1,8 TWh/a Strom erzeugt. Anschließend rechnet Nitsch mit einer Beschleunigung des Wachstums und einer Steigerung bis 2030 auf 850 MW. Der Anteil der Geothermie an der Endenergie erneuerbaren Energien beläuft sich danach 2020 auf fünf Prozent und 2050 auf 16 Prozent. Wegen der geringen Wirkungsgrade der Stromerzeugung aus geothermaler Wärme, sei ein wesentliches Kriterium für den Ausbau der Anlagen die Nutzung der Abwärme in entsprechenden Nahwärmenetzen. Diese Nutzung verbessert zudem die Wirtschaftlichkeit der geothermalen Stromerzeugung. Und wird auch in Zukunft in entscheidendem Maße die nutzbaren Potenziale bestimmen.

Der Studie zufolge muss der Wärmesektor bis 2050 einen gravierenden Strukturwandel durchlaufen. Die Nachfrage nach Wärme sinkt bis 2020 auf 82 Prozent des heutigen Wertes und bis 2050 auf knapp 50 Prozent. Der Beitrag der erneuerbaren Energien (EE) steigt bis 2020 auf 14 Prozent. In 2050 kann die Hälfte der dann noch verbleibenden Nachfrage nach Wärmeenergie mittels EE bereitgestellt werden.

Die Leitstudie 2008 stellt ausführlich das Leitszenario 2008 dar und beschreibt zusätzlich anspruchsvollere und weniger ambitionierte Szenariovarianten. Es wird erläutert, wie die Ziele der Bundesregierung zum Ausbau EE und zur Steigerung der Energieeffizienz bis 2020 sowie die längerfristigen Vorgaben im Energiebereich umgesetzt werden können. Hierbei werden folgende Vorgaben Berücksichtigt: Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2050 auf rund 20 Prozent des Werts von 1990 und Steigerung des Beitrags der EE an der gesamten Energieversorgung auf rund 50 Prozent. Zudem wird dargestellt mit welchen strukturellen und ökonomischen Wirkungen dabei zu rechnen ist. In den fünf Szenarien wird die wahrscheinliche Bandbreite der zukünftigen Entwicklung diskutiert.

Im Leitszenario sind bis 2020 neue fossil gefeuerte Kraftwerke mit einer Leistung von 29 GW enthalten, wobei auf Kohlekraftwerke 9 GW entfallen und 20 GW auf Erdgasbetriebene, wobei mindestens 12 GW in Kraft-Wärme-Kopplung errichtet werden müssen. Der Beitrag der EE am Bruttostromverbrauch steigt bis 2020 auf 30 Prozent und bis 2030 auf 50 Prozent. Dies entspricht 2030 mit 70 GW dem doppelten Wert von 2007.

Hier geht's zur Leitstudie 2008 (ag)

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