MTU prüft im Norden von München die Nutzung der Geothermie

28.06.2020 | Jochen Schneider
Standardbild News Tiefe Geothermie

Die MTU Aero Engines AG hat bei beim bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie die Aufsuchungserlaubnis nach Erdwärme für das Feld "Karlsfeld Ost" beantragt.

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Nach Informationen des Merkur teilte vergangenen Mittwoch das Bauamt den Gemeinderäten im Bauausschuss in der Gemeinde Karlsfeld mit, dass der Triebwerkhersteller beim bayerischen Wirtschaftsministerium einen Antrag auf Erteilung einer sogenannten „bergrechtlichen Erlaubnis“ gestellt hat. Auf 65,7 Quadratmetern soll nach ausreichend heißem Thermalwasser gesucht werden. Die Aufsuchungserlaubnis, die auch Bohrungen einschließt, wäre auf fünf Jahre befristet.

Den im Bohrgebiet liegenden Gemeinden wurde der Antrag zunächst zur Kenntnis übermittelt, so auch der Gemeinde Karlsfeld. Die Gemeinden werden bei standortbezogenen Maßnahmen wie Seismikuntersuchungen oder Bohrungen im späteren Planverfahren beteiligt. Die Regierung von Oberbayern, das Landesamt für Umwelt und das Landratsamt Dachau werden zu dem Vorhaben Stellungnahmen abgeben.

Das Untersuchungsgebiet „Karlsfeld Ost“ erstreckt sich von der A 8 im Südwesten über Teile Münchens bis zur Ortsgrenze von Oberschleißheim im Nordosten. Im Norden Karlsfelds reicht es bis zur Stadtgrenze von Dachau und weiter östlich fast bis zum Haimhausener Ortsteil Ottershausen. Die Gemeinde Karlsfeld liegt mitten im Utersuchungsgebiet.

Geothermie war schon vor rund 15 Jahren ein Thema in Karlsfeld, wie der Merkur berichtet. Angesichts der hohen Investitionen im zweistelligen Millionenbereich, die für die Untersuchungen, Erschließung und spätere Nutzung notwendig gewesen wären, nahm der Gemeinderat jedoch Abstand von Erdwärmenutzung. Der Bauausschuss war sich jedoch einig, dass bei einer erfolgreichen Umsetzung der MTU, die Gemeinde eine Kooperation anstreben sollte. Bernd Wanka (CSU) formuliertes im Merkur wie folgt: „Das sollten wir uns warmhalten, im wahrsten Sinne des Wortes.“

Quelle:

Merkur